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Nasse Kohle ist Thema im Jagdschloss

Springe Nasse Kohle ist Thema im Jagdschloss

Martin Ludwig hat in einem anschaulichen Vortrag 300 Jahre Steinkohleabbau im Deister beleuchtet. Ludwig hat Literatur und Geschichte studiert und begab sich als Hobbyhistoriker auf die Spuren des Kohlebergbaus im Deister.

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Martin Ludwig gestaltet seinen Vortrag anschaulich.

Quelle: Krause

Springe. Im Ruhrgebiet gab es früher eine wichtige Formel: Eine Tonne Kohle bedeutet eine Tonne Wasserhaltung. Doch für den Kohleabbau im Deister galten andere Vorgaben. Dort mussten für den Abbau der gleichen Menge Kohle bis zu 33-mal mehr Wasser aus den Stollen gepumpt werden. Davon berichtete Martin Ludwig aus Barsinghausen in einem Vortrag im Kaisersaal des Jagdschlosses. Ludwig hat Literatur und Geschichte studiert und begab sich als Hobbyhistoriker auf die Spuren des Kohlebergbaus im Deister.

Über 300 Jahre gruben sich die Bergleute in den Deister, immer auf der Suche nach dem schwarzen Gold, bis am 30. Juni 1960 das Aus für den Kohleabbau kam. Grund: Sowohl die Fördermengen als auch die erzielten Preise waren unrentabel. Zu sehr setzten andere Energielieferanten wie Öl und Gas der Kohle zu.

Bereits im 16. Jahrhundert vermutete man Kohle im Deister. Conrath Ahrendts aus Eldagsen war einer der Ersten, der 1588 sogenannte Tastversuche oberhalb des Klosters Barsinghausen unternahm. Weitere sollen 1590 in der Feldmark Goltern-Großmunzel und 1597 im Kniggeschen Habichtsbrink neben dem Dahberg oberhalb Völksens erfolgt sein.

1738 ließ Samuel Friedrich Otto aus Lauenau drei Schächte nahe dem Deisterkamm südlich des heute bekannten Feggendorfer Stollens einbringen und dort die Neigung der Kohleflöze in den Schächten vergleichen. Damit schloss er auf die kohleführenden Schichten im Deister, doch die Abbauverhandlungen mit der Klosterkammer scheiterten aufgrund schlechter Expertisen.

Trotzdem begann ab 1789 der Kohleabbau im Deister, zuerst am Völksener Daberg. 1797 folgten der Süerßer Brink oberhalb der Wennigser Mark, und 1799 grub man sich am Tiefer Siekskopf in den Deister. Nachdem von Knigge einen Rechtsstreit um den Kohleabbau auf seinen Grundstücken gewonnen hatte, begann er zwischen 1800 und 1820, systematisch fünf Fördergruben zwischen Argestorf, Steinkrug und Völksen und in der Wennigser Mark anzulegen. 1856 folgte der Klosterstollen in Barsinghausen und ein Jahr später der Hülsebrink in Egestorf.

Während des Kaiserreichs zählte der Deister zu den wichtigsten Kohlerevieren. Die Beschäftigenzahlen im staatlichen Bergbau stiegen von 1861 bis 1910 von 338 auf 1813 Bergleute. Nicht ganz so viel fanden im privaten Bereich Lohn und Brot. Dort sank die Mitarbeiterzahl zur gleichen Zeit von 852 auf 31 Bergleute.

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