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Naturnah versus aufgeräumt

Springe Naturnah versus aufgeräumt

Die Nabu-Ortsgruppe Springe diskutierte angeregt über Waldnutzung und stellte ihr Jahresprogramm vor. Auch in diesem Jahr planen die Mitglieder wieder zahlreiche Veranstaltungen.

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Vorsitzender Ingo Willenbockel (rechts) diskutiert mit dem Vortragenden Lutz Fähser.

Quelle: Lüdersen

Springe. Gebannte Aufmerksamkeit für einen zweistündigen Vortrag im Anschluss an eine ausführliche Jahresversammlung, das ist außergewöhnlich. Doch das Thema Naturnahe Waldnutzung hatte es in sich. Geht es doch um die Kernfrage, was ein Wald ist und wie er aussehen darf und soll. Der sich in Rente befindende Stadtforstleiter Lutz Fähser sprach darüber.

Das „Lübecker Konzept der Naturnahen Waldnutzung“, das Fähser mitentwickelte, wurde 1994 zur Grundlage der ersten Zertifizierung von Waldbetrieben in Deutschland und von Greenpeace weltweit übernommen. Dieser Philosophie nach greift der Mensch nur wenig ein. Stehendes oder liegendes Totholz behält seinen Platz. Das Ergebnis ist das Gegenteil eines aufgeräumten Waldes. Dazu gab Fähser die Erkenntnis eines Forst-Fachmannes zum Besten: „Als der Wald zum Lieferanten nachwachsenden Rohstoffes verkam, verschwand beim Menschen das Verständnis für den Wald“, sagte er.

Auf die Ausführungen Fähsers folgte langanhaltender Beifall der 60 Zuhörer. Aber auch sehr engagierte Diskussionen. Denn nicht alle Teilnehmer, unter ihnen zahlreiche Forstleute, teilten die Philosophie des Lübecker Forstmannes.

Vorsitzender bilanziert

Vor dem Vortrag stand die Jahresversammlung für die Mitglieder der Nabu-Ortsgruppe an. Deren Vorsitzender, Ingo Willenbockel, legte fast im Alleingang Rechenschaft über das ereignisreiche Jahr 2016 ab. Allein neun Vortragsveranstaltungen gehörten zu den Angeboten. Für 2017 sind wieder acht Stammtische geplant.

Dazu kamen Exkursionen zur Fledermausbeobachtung, ein naturkundlicher Spaziergang zur Stunde der Gartenvögel und eine Exkursion durch den Saupark. Arbeitseinsätze gab es im Zigeunerwäldchen und zur Pflege und Erweiterung der Apfelbaumwiese gegenüber dem Forsthaus Mühlenbrink.

Zum Thema Nistkastenbau und Kontrolle in Deister, Katzberg und Süllberg hatte Karl Haverkamp gleich einen riesigen Waldkauzkasten mitgebracht, denn das ist der Vogel des Jahres 2017.

Die Versammlung würdigte die erfolgreiche Vorstandsarbeit mit großer Zustimmung. Insgesamt 755 Mitglieder unterstützen mit ihren Beiträgen dieses Engagement.

Viele Termine in diesem Jahr

Die Fledermäuse und der Vogelzug werden beobachtet, und am 13. und 14. Mai ist die Stunde der Gartenvögel. Ein Überraschungsausflug mit dem Rad ist für den 25. Mai geplant. Am Sonntag, 18. Juni, geht es erneut auf Zweirädern zu den Stapelteichen bei Weetzen. Auch gibt es eine Führung durch das Zigeunerwäldchen. Für den 15. Oktober von 11 bis 17 Uhr steht der nächste Nistkastenbau mit Karl Haferkamp im Veranstaltungskalender. Nähere Informationen sind unter www.nabu-springe.de zu ersehen.

Auch über die Nabu-Stiftung Springe - Naturlandschaft Deister und Haller - wurde berichtet. Da Kassenwart Wolfgang Brandt, der sowohl die Kassengeschäfte der Stiftung als auch die der NABU-Ortsgruppe führt, für beide ausschließlich positive Zahlen vorlegte, wurde dem Gesamtvorstand einstimmig Entlastung erteilt.

Von Friedhelm Lüdersen

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