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Neue Chance für das Stadtfest

Springe Neue Chance für das Stadtfest

Nach einer mehrjährigen Durststrecke gibt es reelle Aussichten, dass Springe wieder ein Stadtfest erhält.

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Stadtfest-Szene aus Springe (2012): Nach mehrjähriger Pause könnte es im kommenden Jahr wieder eine Veranstaltung geben. Archiv

Springe. Wirtschaftsschau-Organisator Detlef Fuhrmann und sein neuer Kompagnon Markus Hammann bieten an, das Konzept für ein Sommer-Spektakel 2017 zu erarbeiten. Unter zwei Bedingungen: „Springe muss sich das wirklich wünschen, und es wird ein großes Miteiander.“

Stadtfest gleich Partystimmung? Die Rechnung ging in der Vergangenheit nicht immer auf. Als der Springer Ortsrat die zeitaufwendige Planung in andere Hände geben wollte, buhlten plötzlich zwei Interessensgruppen um die Feiernden. Es kam zu handfesten Auseinandersetzungen. Mehrere heimische Gastronomen schlossen sich zusammen, organisierten ein Wirtefest und vertrieben im Jahr 2007 eine professionelle Veranstaltungsagentur aus Hannover.

Beendet war das Kapitel damit aber nicht. Es folgte ein monatelanger Rechtsstreit zwischen Wirten und Stadt. Dabei kam heraus: Die Sondernutzungsgebühren-Satzung, die festlegt, wie teuer es ist, den Marktplatz und die angrenzenden öffentlichen Flächen zu „mieten“, waren laut Verwaltungsgericht weder eindeutig noch gerecht. Politik und Stadtverwaltung arbeiteten nach, gewerbliche Veranstalter sollten plötzlich für eine dreitägige Party - wie das Stadtfest - rund 6000 Euro zahlen. Für heimische Vereine gilt die Regelung hingegen nicht. Auch Veranstaltungen „von öffentlichem Interesse“ sollten befreit sein. Was genau dieses öffentliche Interesse ist, blieb allerdings immer schwammig. Später kam dazu: Kommerzielle Anbieter könnten durchaus einen Rabatt erhalten, der dann individuell festgelegt werde, „und sich unter anderem am Niveau der Veranstaltung orientiert“. Was bleibt, sind viele Fragezeichen.

Springes neuer Bürgermeister Christian Springfeld sieht Nachbesserungsbedarf. „Nach etlichen Jahren könnten wir das Thema Sondernutzungsgebühren wieder anfassen“, sagt er und schiebt nach: „Sehr gerne sogar“. Detlef Fuhrmann und Markus Hammann würden mit ihrem Vorschlag bei ihm offene Türen einrennen, „wenn sie bereit sind, alle örtlichen Wirte in ihr Boot zu holen“. Ein Neustart sei nur dann sinnvoll, wenn die Gastronomen hinter den Plänen stehen.

Wirtschaftsschau-Organisator Fuhrmann bereitet sich langsam auf seinen Ruhestand vor. Beim Vorbereiten der nächsten Messe (erstes September-Wochenende) hilft ihm bereits Hammann, der bei der nächsten Auflage in zwei Jahren bereits erster Ansprechpartner sein soll. Hinter dem 51-jährigen Hammann steht die Veranstaltungsagentur MH-Gastro, die bereits Großfeste wie die Stuttgarter Wasen (Frühlingsfest) und die Rheinkirmes in Düsseldorf gestemmt hat. Von diesem Knowhow könne auch Springe profitieren, schwebt den beiden Männern mit Blick auf das angedachte Stadtfest vor. Fuhrmann spricht von einer „Chance für die Stadt“.

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