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Neues Einzelhandelskonzept bleibt Zankapfel

Springe Neues Einzelhandelskonzept bleibt Zankapfel

Das neue Einzelhandelskonzept sorgt in der Politik für Kontroversen. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, ob das Konzept festschreiben soll und darf, wo welche Waren verkauft werden dürfen. Gerade die Ortsteile sehen sich da gegenüber der Kernstadt im Nachteil.

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Proppevoll: So sieht es während des Maibaumfestes in der Innenstadt aus. Mithilfe des Einzelhandelskonzepts soll sie belebt werden.

Quelle: Mischer

Springe. Springe. Eigentlich sei die Zielrichtung klar, betonte Nina Hangebruch vom Planungsbüro Stadt + Handel bei der Vorstellung des Konzepts am Mittwoch im Planungsausschuss immer wieder: „Das Innenstadtzentrum ist ein zentrales Schutzgut.“ Konkret: Die Innenstadt soll geschützt werden, indem dort solche Waren verkauft werden dürfen, die es anderswo nicht gibt. Aber die Innenstadt liegt nun mal in der Kernstadt.

Eldagsens Ortsbürgermeister Ralf Burmeister meldet Bedenken an, insbesondere mit Blick auf das Einkaufszentrum Pfingstanger. Dort dürften laut Gutachten künftig nur solche Waren verkauft werden, die nicht „zentrenrelevant“ sind. Bedeutet: Der Pfingstanger wird als Sonderstandort geführt, dort dürfen weniger Warensortimente verkauft werden; bestehendes Gewerbe wie der Rewe-Markt soll erhalten bleiben. Burmeister fürchtet, dass dadurch die Entwicklungsmöglichkeiten gezielt ausgebremst werden. „Das führt ja dazu, dass ich Ansiedlungswillige ablehnen muss.“ Hangebruch kontert damit, dass laut Untersuchungen von Stadt + Handel der Standort keine großen Perspektiven habe, „ohne dem Ortszentrum zu schaden“. Burmeister erwidert: „Wenn wir uns mit solch einem Konzept Zwangsjacken anlegen, ist das der falsche Weg.“

Fachbereichsleiter Reinhard Schade sieht im Konzept eher „Leitplanken und Orientierungslinien“ für die Politik. Er betonte, es gebe immer „Möglichkeiten für Ausnahmeregelungen bei der Genehmigung einzelner Vorhaben“. Und Hangebruch bekräftigt, dass die Vorgaben eine Art Selbstschutz darstellen - nicht nur fürs Zentrum.

Weniger negativ bewertet Jürgen Kohlenberg (Freie Gruppe) das Konzept: „Es geht in Richtung Belebung der Innenstadt - und das ist genau das, was wir wollten.“ Die SPD sieht angesichts des 141 Seiten starken Konzepts und kurzfristiger Einladung noch Beratungsbedarf und will als Fraktion eine gemeinsame Linie zu dem Thema finden.

Ulrich Kalinowski (CDU) stellte infrage, warum die Osttangente im Konzept nur als Sonderstandort geführt wird - mit etlichen Sortimentsbeschränkungen. „Für 50 Prozent der Springer sind E-Center und Aldi Nahversorger - weil sie anderswo nicht die Produkte finden, die dort angeboten werden.“ Der Christdemokrat möchte, dass sich das im Einzelhandelskonzept wiederfindet. Auch die geplante Beschränkung der Aldi-Verkaufsfläche beurteilt er kritisch: „Das geht überhaupt nicht.“

Bisher ist das Konzept nur ein Entwurf. Die Ortsräte geben schriftliche Stellungnahmen ab, anschließend gibt der Verwaltungsausschuss grünes Licht für das öffentliche Beteiligungsverfahren.

Ralf T. Mischer

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