Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 6 ° wolkig

Navigation:
Nickeligkeiten auf dem Friedhof

Springe Nickeligkeiten auf dem Friedhof

„Blumen vom Grab klauen, das entsetzt noch mehr als wenn mal im Vorgarten was fehlt“, sagt Achim Gehrke vom Betriebshof Springe, der sich um die Friedhöfe im Stadtgebiet und einzelnen Ortseteilen kümmert.

Voriger Artikel
„Wir wollen an alle verkaufen“
Nächster Artikel
Reinhardt fordert Klartext

Der alte Friedhof in Springe an der Bahnhofstraße, Ecke Völksener Straße. Mischer

Springe. Pastor Reinhard Surendorff aus Völksen pflichtet ihm bei. Erst vor ein paar Tagen hatte sich ein trauerndes Gemeindemitglied bitter beklagt, nachdem die Frau vorm Blumenschmuck-geplünderten Grab ihres verstorbenen Ehemanns stand. „Das hinterlässt noch mehr Trauer und Schmerz“, weiß Surendorff.

Trotzdem wecken selbst fest verankerte Gegenstände mitunter Begehrlichkeiten. In Bennigsen verschwanden faustgroße Rosenquarzsteine vom Grab eines kleinen Mädchens (wir berichteten). Zusätzlich kommt Vandalismus auch auf Friedhöfen vor. Neulich brachen Unbekannte in Eldagsen die kupferne Rose eines Grabsteins ab (wir berichteten). Auf dem Neuen Springer Friedhof war diese Woche ein Wasserhahn in Stand zu setzen, den jemand mutwillig abtrat. Es ist der Reiz der Abgeschiedenheit, der manche verlockt, auf Friedhöfen den Anstand zu vergessen, etwas umzupflanzen oder mitgehen zu lassen.

„Das ist eine Frage der Kultur“, sagt Achim Gehrke. So tief diese Vorfälle Angehörige auch verletzen: In Springe und den Ortsteilen scheint es sich um Einzelfälle zu handeln. „Hier und da würde ich mir schon eine Kontrolle von der Polizei wünschen“, sagt der Stadtmitarbeiter. Ansonsten sei zur Zeit aber Ruhe. Hartmut Retzlaff von der Polizei Springe bestätigt das. „Wir haben hier keine Gruppen, die regelmäßig auf Friedhöfen rumhängen und Dinge beschädigen“, informiert er. Ein Schwerpunkt von Streifen seien die Friedhöfe daher gerade nicht. Allerdings nähmen die Beamten Diebstähle von Gräbern durchaus ernst. „Wir wissen, dass so etwas besondere Betroffenheit auslöst, und ermitteln natürlich, wenn uns solche Fälle bekannt werden“, sagt der Kriminalhauptkommissar. Auf der Verwaltungsseite beschäftigen Claudia Wolf gerade eher andere Themen rund um die etwa 10 000 Gräber, für die sie zuständig ist. „Klagen über ungepflegte Gräber laufen immer auf, außerdem kümmern wir uns um Grabsteine, die statisch nicht mehr einwandfrei sind“. Dass mitunter gelbe oder rote Zettel an solchen Exemplaren kleben, hat nachvollziehbare Gründe: „Es führt dazu, dass man automatisch Abstand von gefährlichen Gräbern nimmt.“ Diskretere Hinweise wären zwar schöner, nicht selten ließen Reaktionen auf Schreiben der Stadt allerdings auf sich warten. „Wenn jemand umzieht, ist das Friedhofsamt die wahrscheinlich letzte Stelle, bei der jemand eine Adressänderung angibt“, sagt Wolf.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
Springe – Stadt am Deister

An der Deisterpforte liegt das 30.000-Einwohnerstädtchen Springe. Fachwerk, Jagd und Tiere: Kommen Sie mit auf eine fotografische Reise durch die Deisterstadt.