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Notfallambulanz ist nur ein Alibi

Springe Notfallambulanz ist nur ein Alibi

Jetzt stimmen auch CDU, Grüne und die FPD in den Chor der Kritiker an der Informationspolitik der Region zur Notfallambulanz ein. „Springe wird komplett abgehängt“, sagt der CDU-Fraktionsvorsitzende Wilfred Nikolay.

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Viele Springer haben während der Infoveranstaltung im Kulturheim kritisiert, mehrfach abgewiesen worden zu sein. Mischer

Springe. Dass die Krankenhausschließung immer noch eine offene Wunde bei den Springern ist, wurde nicht zuletzt auf dem Infoabend im Kulturheim deutlich, als die Gehrdener Ärzte keine Auskünfte zum aktuellen Stand der Notfallambulanz gaben. In dieselbe Richtung zielen auch die jüngsten Vorwürfe der heimischen Politik gegen die Region und das Klinikum Region Hannover.

Mit der Notfallambulanz habe die Region eine „gezielte Taktik“ verfolgt, das Krankenhaus aufzulösen, glaubt Nikolay. Die Einrichtung habe eine Alibi-Funktion, die Ambulanz sei nie ernsthaft betrieben worden. Die SPD schimpfe zwar regelmäßig über die Entscheidung der Schließung, „in der Region haben sie sich damit aber bisher nicht durchgesetzt“, so Nikolay. Und betont, hätte die CDU die Mehrheit in der Regionsversammlung gehabt und die Schließung des Krankenhauses beschlossen, hätte er der Partei sofort den Rücken zugekehrt.

Der CDU-Fraktionschef glaubt nicht, dass Spekulationen über den Zustand des Gebäudeinneren dazu beitragen, das Gebäude an einen anderen Betreiber abzugeben, der dort wieder ein Krankenhaus einrichten könnte. „Es gab einige Interessenten; diese Lösung wurde aber von der Region strikt abgelehnt.“ Vom Gehrdener Klinikum hält er überhaupt nichts. „Ich war zweimal da, und das war zweimal zu viel. Für mich steht fest, dass ich nicht mehr nach Gehrden gehe.“

Interessiert an einer Nachnutzung ist auch Grünen-Parteichef Thomas Hüper-Maus. Er hält daran fest, dass die Schließung des Krankenhauses die falsche Entscheidung gewesen sei, und kritisiert die „absolute Intransparenz“ der Region und des Klinikums (KRH). „Niemand hat einen Überblick über die Lage, ich selbst habe keine Erkenntnisse darüber, wie es gerade im Inneren des Krankenhauses aussieht.“ Die Spekulationen stimmen ihn nachdenklich. „Wenn da bewusst ein Schleier über die Einrichtung gelegt wird, liegt die Vermutung doch nahe, dass da jemand etwas verbergen will.“

Auch Hüper-Maus wirft der Region „politisches Kalkül“ vor. Das Krankenhaus sei der Misswirtschaft der Region zum Opfer gefallen, ist er sich sicher. Und wünscht sich, dass ein privater Betreiber wieder ein Krankenhaus in der Deisterstadt eröffnet. „Leider können wir das nicht bestimmen.“ Letztlich entscheide die Mehrheit in der Region. „Sollte es zu einer Großen Koalition kommen, wird man sehen, wie wichtig der CDU der Erhalt des Krankenhauses wirklich ist.“

„Das ist zwar nett und wunderbar, dass die SPD-Mitglieder Kritik üben, aber das müssen sie mit ihrer eigenen Partei regeln“, sagt FDP-Chef Klaus Nagel. Was die Region betreibe, sei reine „Trickserei“. „Es wurde alles getan, um die Ambulanz schlecht zu machen. Es gab null Werbung, da ist nichts passiert. Man sucht Gründe, um den Vertrag für die Ambulanz nicht verlängern zu müssen“, sagt Nagel.

Dass das KRH keine Zahlen zur Nutzung habe, hält er „schlicht für gelogen“. Er möchte in der nächsten Ratssitzung einen Antrag für eine Begehung des Krankenhauses stellen, um sich ein Bild vom Zustand des Gebäudes zu machen. „Herr Reinhardt hat Druck gemacht. Ich bin gespannt auf die Antwort von Herrn Jagau.“

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