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OHG muss saniert werden

Springe OHG muss saniert werden

Die Mängelliste ist lang. An der einen Wand läuft im Otto-Hahn-Gymnasium (OHG) das Wasser herunter, im Biologieklassenraum schauen Mäuse beim Unterricht zu. Schulleiterin Kerstin Prietzel und ihr Stellvertreter Stephan Kohser haben die Mitglieder des Schulausschusses nun durch die Räume geführt.

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Bei Schülern und Lehrern heißt das Nebengebäude Bunker. Dort werden die siebten und achten Klassen unterrichtet. Foto: Helmbrecht

Springe. Eine der größten Baustellen: der Kunsttrakt, der bereits vergangenes Jahr im Herbst saniert werden sollte. „Wir hoffen jetzt auf eine zügige Umsetzung“, sagt Kohser. Mit dicken Winterjacken besuchen die Schüler den Kunstunterricht, weil einige Fenster nicht mehr schließen, berichtete Prietzel. Auch Wasserhähne funktionierten nicht mehr richtig.

Bunker war nur Provisorium

Eine weitere Baustelle ist nach wie vor der sogenannte Bunker, ein Pavillon vor dem Gymnasium, in dem die siebten und achten Klassen untergebracht sind. Was ursprünglich als Provisorium gedacht war, ist heute fester Bestandteil des Schulalltags.

Dabei habe der Pavillon nicht einmal eine richtige Dämmung, sagt Prietzel. Ob Schimmel, Löcher in der Decke, kaputte Jalousien oder die spärliche Ausleuchtung der Räume: Einiges müsste dort erneuert werden. An vielen Stellen komme der Boden hoch. Hygienisch fragwürdig seien mehrere Teppiche, die unter einer Tafel liegen. Der Hintergrund: Der Raum wurde mit Teppichboden ausgelegt. Wischen die Schüler die Tafel, läuft das Wasser auf den Boden. Eine weiße, mit speziellen Filzstiften beschreibbare Tafel wurde zwar angeschafft, könne aber unter anderem aufgrund der Beleuchtung von Schülern nicht gelesen werden.

In wieder anderen Räumen des Pavillons modert es im Untergrund. Spürbar ist das an den merklichen Höhenunterschieden auf dem Fußboden. „Das ist eine Berg- und Talbahn. Für unser Jubiläum 2018 hatten die Schüler den Plan, den Bunker in die Luft zu jagen. Ich finde das eine bezaubernde Idee“, sagt Prietzel augenzwinkernd.

Stolperfallen gibt es auch im M-Trakt, wo der Boden ebenfalls Risse bekommen hat und hochkommt. Provisorisch werden die Risse teils mit Klebeband abgedeckt. In diesem Trakt kam es außerdem zu einem erheblichen Wasserschaden, sodass die komplette Etage zeitweise geschlossen werden musste. Besonders die Lücken im Fußboden des Chemieraums seien fragwürdig, berichtet Lehrerin Ivonne Kraft. Dort könne sich Quecksilber von Experimenten absetzen. In einem benachbarten Raum sind außerdem zwei Fenster zugenagelt, andere seien bereits vergammelt, kaum zu öffnen und sogar erblindet.

„Wir müssen einen sinnvollen Plan entwickeln, was wir wann und wie sanieren“, sagt Kohser. Das Ziel für die Zukunft sei, das als Provisorium gedachte Nebengebäude nicht mehr zu benötigen. „Der Pavillon ist stark abgängig und nicht mehr zu sanieren.“ Dafür müsse aber geprüft werden, wie die derzeitig untergebrachten Lerngruppen im Hauptgebäude integriert werden können. Dazu sollte die Verwaltung, so Kohser, auch bauliche Maßnahmen prüfen.

Sanierung im laufenden Betrieb

Gern hätte Hochbauamt-Chef Reinhard Borchardt eine große Baumaßnahme. Aber: Alle Arbeiten finden im laufenden Betrieb der Schule statt. „Da ist eine enge Abstimmung mit der Schulleitung sehr wichtig“, sagt Borchardt. Daher müsse abschnittsweise vorgegangen werden.

Im Haushalt 2017 sind für die energetische Sanierung des OHG und für die Sporthalle Süd 1,45 Millionen Euro bereitgestellt, davon 800.000 Euro für die Halle. Für eine Akustikdecke sind 50.000 Euro eingeplant. Darin enthalten sind die Beleuchtung in der Aula sowie eine Belüftungsanlage.

Von Saskia Helmbrecht

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