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Octapharma wächst - die Probleme wachsen mit

Springe Octapharma wächst - die Probleme wachsen mit

Medizin-Riese Octapharma will seinen Ausstoß bis 2019 verdoppeln. Entstehen derzeit in Springe jährlich 1,8 Millionen Liter Blutplasma, sollen es in zwei Jahren bereits 3,6 Millionen Liter werden, sagt Geschäftsführer Gerold Rempeters. Das Unternehmen sei auf Wachstumskurs.

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Octapharma will expandieren in Springe.

Quelle: Mischer

Springe. Doch bevor die geplante Steigerung umgesetzt werden kann, muss die Firma einige Hürden nehmen. Da gibt es zum einen das Wasserproblem - und das ist gigantisch: Octapharma verbraucht so viel Wasser wie die gesamte Stadt Springe zusammen. „Auch beim Abwasser stoßen wir derzeit an Grenzen“, sagt Rempeters. Das Unternehmen beteiligte sich bereits an den Kosten für eine Erweiterung der Kanalisation. Womöglich müsse aber auch beim Klärwerk nachgebessert werden.

Und als gäbe es mit Wasserversorgung und Kanal nicht schon genug Hürden, kommt ein drittes Problem dazu: Das Unternehmen verbraucht eine riesige Menge Strom. „Wir überlegen, ein eigenes Umspannwerk zu bauen“, kündigt der Geschäftsführer an. Damit wäre das Unternehmen gleichzeitig unabhängiger von Stromausfällen in Springe, „denn die bedeuten für uns Produktionsausfälle in Millionenhöhe“.

Rempeters ist optimistisch, alle Probleme zu lösen. „Wir sondieren alle Möglichkeiten, die Gespräche laufen. Was feststeht: Wir planen eine signifikante Erweiterung und wollen an allen Standorten wachsen. Springe hat gute Voraussetzungen, überproportional mitzuwachsen.“ Details will Rempeters noch nicht nennen, auch nicht zu einer ebenfalls vorgesehenen räumlichen Erweiterung des Geschäftsstandorts an der Eldagsener Straße. Angebaut werden könnte etwa auf dem dahinterliegenden Acker. Wenige Meter dahinter beginnt allerdings das Landschaftsschutzgebiet. Die andere Möglichkeit: Das Unternehmen wächst in Richtung der zahlreichen Landwirtschaftsbetriebe drumherum. „Das Umfeld ist limitiert“, sagt Rempeters. Dennoch sei eine Vergrößerung im ländlicheren Raum einfacher als an den anderen Standorten wie etwa Wien oder Stockholm.

Im Rahmen des sogenannten Programms 2019, der Wachstumsstrategie des gesamten Unternehmens, sollen zwischen 150 und 200 Millionen Euro allein in den Standort Springe fließen. Gebaut wird schon seit 2014, derzeit etwa an der Eldagsener Straße. Wenn der Anbau Ende 2019 fertiggestellt sein wird, will Rempeters wieder einen Tag der offenen Tür organisieren, um alle Springer zu informieren. „Da machen wir kein Geheimnis draus.“

Gleichzeitig will er mit einem weitverbreiteten Eindruck aufräumen: „Das ist hier absolut kein Selbstläufer. Nichts geht von selbst, alles, was wir tun, muss sorgfältig geplant werden.“ Etwa 400 Mitarbeiter sind im Betrieb beschäftigt, Tendenz steigend. Dabei ist Springe für das Unternehmen als Standort ein Nachteil für die Gewinnung qualifizierter Mitarbeiter. „Es gibt einen Engpass, gerade an Ingenieuren, Projektmanagern, IT-Kräften oder Naturwissenschaftlern.“ Und die würden dringend benötigt. Denn derzeit werde daran gearbeitet, dass die Produkte aus Springe auch in die USA geliefert werden können. „Der Bedarf ist da, und es ist abzusehen, dass das auch in Zukunft so bleibt. Mit dem Programm 2019 endet die Geschichte noch lange nicht.“

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