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Ortsrat und Vereine streiten um Trinkbrunnen

Bennigsen Ortsrat und Vereine streiten um Trinkbrunnen

Ein Brunnen aus Edelstahl sorgt für Misstöne: Weil der Wasserspender dem Ideengeber, dem Förderverein Rudolf von Bennigsen, nicht gefällt, bleibt der Ortsrat jetzt auf den Kosten von fast 1400 Euro sitzen.

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Bestellt - und nicht wieder abgeholt: Der an der Südseite des ehemaligen Bahnhofgebäudes installierte Trinkbrunnen gefällt dem Rudolf-von-Bennigsen-Förderverein nicht und sorgt so
für Ärger zwischen dem Ortsrat und
den enttäuschten möglichen Förderern.

Quelle: Brinkmann-Thies

Springe. Reisende, Wanderer und die Bewohner Bennigsens können sich seit einigen Wochen an einem Trinkbrunnen mit Edelstahlgehäuse erfrischen, der an der Südseite des ehemaligen Bahnhofgebäudes installiert worden ist. Die Idee stammt vom Förderverein Rudolf von Bennigsen (RvB). Doch mit dem Verein gibt es nun Streit: Die aktuelle Gestaltung mit dem schlichten Edelstahlgehäuse lehnen die Förderer ab. Daher hat der Ortsrat die Kosten für den fast 1400 Euro teuren Wasserspender übernommen - zähneknirschend.

Der Trinkwasserbrunnen sei nun ein „Kind des Ortsrats“ geworden - obwohl das Gremium das eigentlich gar nicht wollte, sagt Ortsbürgermeister Volker Gniesmer (SPD). Und er macht kein Geheimnis aus seiner und der Gemütsverfassung der politischen Kollegen: „Der Ortsrat ist stinkig.“ Ursprünglich habe das Gremium schließlich nur das alljährliche An- und Abschalten des Brunnens zum Preis von rund 60 Euro sowie mögliche Schäden aus seinem Budget bezahlen wollen. Insgesamt war für die Instandhaltung eine jährliche Summe von 200 Euro eingeplant.

Und jetzt? Eine Aufteilung der Kosten zwischen dem Ortsrat und den Förderern, wie von Ortsbürgermeister Gniesmer vorgeschlagen, sei vom Verein nicht akzeptiert worden. Eine weitere Frage lautet zudem: Wer hat den Brunnen in dieser Form nun eigentlich bestellt? Es habe nach seiner Kenntnis eine Absprache zwischen der Stadt, seinem Vorgänger im Ortsbürgermeisteramt, Hartmut Rieck, und dem Vorsitzenden des RvB-Fördervereins, Peter Kimmel, gegeben, sagt Gniesmer. Daraufhin sei der Trinkwasserbrunnen mit Edelstahlbecken samt Fuß - und damit vandalismussicher - bestellt worden. Künftig würden nun aber sicherlich keine Vereinbarungen mehr „auf Zuruf“ gemacht, wie Gniesmer es ausdrückt.

„Wir haben gar keine Rechnung bekommen“, sagt dagegen der RvB-Vorsitzende Kimmel und erklärt: „Wir wollten den Brunnen aber auch so nicht haben.“ Die Kosten für etwas zu übernehmen, das der Förderverein in der vorliegenden Form nicht wolle, lehne der Vorstand ab. Ihm habe ein kunstvoll gestalteter Brunnen vorgeschwebt, erinnert Kimmel an die vergangenen Diskussionen zu diesem Thema. Im Gespräch war dabei zunächst auch, ein Kunstwerk des Springers Heiko Prodlik-Olbrich in den Brunnenkomplex einzubeziehen. Doch die Skulptur sei bei den potenziellen Sponsoren nicht auf die erforderliche Zustimmung gestoßen, sagt Kimmel. Eine Entscheidung über die Form des Brunnens, den der Verein auch mithilfe der Sponsoren hätte anschaffen wollen, gab es seither nicht.

Eine Förderung durch den Verein zu erlangen sei aber nur möglich, wenn Projekte noch nicht begonnen oder gar fertiggestellt seien, unterstreicht Kimmel. Damit sei für den Bennigser Edelstahlbrunnen „nichts mehr zu erwarten“, meint er. Über die Entscheidung des Ortsrats sei er noch nicht informiert worden, sagt der Vereinsvorsitzende. Er sei aber für Gespräche offen, schiebt er noch hinterher.

Von Annegret Brinkmann-Thies

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