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Pfau stellt Insolvenzantrag

Springe/Altenhagen I. Pfau stellt Insolvenzantrag

Ein Traditionsunternehmen sieht einer ungewissen Zukunft entgegen: Die Firma Pfau Kommunalgeräte hat 89 Jahre nach ihrer Gründung einen Antrag auf die Eröffnung eines Insolvenzverfahren gestellt.

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Pfau zählt zu den größten Unternehmen in Altenhagen I. Mischer

Springe. Betroffen sind 60 Mitarbeiter. Ihr Gehalt sei vorerst bis Ende März gesichert, sagt Insolvenzverwalter Christian Willmer.

Pfau baut und vertreibt kleinere Fahrzeuge, die unter anderem von städtischen Bauhöfen genutzt werden. Dazu kommen Anbauten, die in der Straßenreinigung oder im Winterdienst zum Einsatz kommen.

In Not geraten sei der Betrieb gleich aus mehreren Gründen, sagte Willmer gestern. So sei durch das recht milde Winterwetter bundesweit der Verkauf von Schneepflügen und Streuaufsätzen eingebrochen. Auch Ersatzteile habe Pfau weniger verkauft. Dazu kommen die hohen Kosten, die die Entwicklung eines neuen Fahrzeugmodells namens Cityjet verursacht hatte: Der Handel damit lief offenbar nicht wie erwartet.

Schon im Januar hatte Pfau Probleme, die Gehälter der Angestellten vollständig zu zahlen. Hier springt durch den Antrag erst mal der Staat ein. Drei Monate lang zahlt er das sogenannte Insolvenzgeld, mit dem auch die Januar-Lücken geschlossen sind.

Die Geschäftsführung des Familienbetriebs in vierter Generation wollte sich gestern auf Anfrage nicht äußern, verwies auf Willmer. Die Mitarbeiter seien in einer Versammlung zu Wochenbeginn über die Situation informiert werden.

Der Verwalter kündigte gestern an, die Zeit bis Ende März nutzen zu wollen, um den Betrieb genau zu durchleuchten. Eine erste Prüfung stimme ihn optimistisch: Das Problem seien nicht die Personalkosten, ein möglicher Stellenabbau „nicht das Thema“, im Gegenteil: „Ich bin bestrebt, alle Leistungsträger hier zu halten.“ Pfau sei ein stabiles Unternehmen und verwurzelt in der Stadt. Die vorliegenden Kundenaufträge machten ihm Mut: „Wir werden jetzt sehr sorgfältig prüfen, ob und wie wir daraus tragfähige Perspektiven entwickeln können.“ Details müssten die kommenden Wochen zeigen, so Willmer. Einen festen Zeitplan für die Sanierung gebe es nicht. Eine Option, das räumt der Verwalter ein, sei die Suche nach finanzstarken Investoren, die in das Unternehmen einsteigen und es wirtschaftlich gesunden lassen. Es gehe auch darum, mögliche Kandidaten nun auf Pfau aufmerksam werden zu lassen.

Ein Ergebnis der Untersuchungen solle auch sein, die Probleme der Firma genau zu analysieren, so Willmer, der von „einem ganzen Strauß von Problemen“ spricht. Vertreter seiner Kanzlei seien in den kommenden Wochen fast täglich vor Ort, um mit der Geschäftsführung zusammenzuarbeiten.

Von Christian Zett

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