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Pflegerin aus Springe soll sechs weitere Rentner betrogen haben

Betrugsvorwürfe Pflegerin aus Springe soll sechs weitere Rentner betrogen haben

Eine 31-jährige Altenpflegerin, die im Verdacht steht, einen betagten Rentner bezirzt und um Zehntausende Euro gebracht zu haben, soll in weitere ähnliche Betrügereien verstrickt sein.

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Eine 31-jährige Altenpflegerin steht im Verdacht, einen Rentner um Zehntausende Euro gebracht zu haben.

Quelle: Schaarschmidt

Springe. Das zumindest behauptet Rechtsanwalt Matthias Doehring aus Hannover. Er vertritt die Nichte eines 77-jährigen Mannes, der die Masche der Frau im November 2010 zur Anzeige brachte. Der Rentner hatte die damals 29 Jahre alte Angestellte einer Tagespflegeeinrichtung in Springe zwei Jahre zuvor kennengelernt. Mit eindeutigen Avancen soll die Mitarbeiterin um die Gunst des Seniors gebuhlt haben – erfolgreich. Geschmeichelt ließ sich der Mann auf eine Affäre mit der jungen Frau ein, die ihm schon bald von ihren Geldnöten berichtete.

Der Rentner half gerne aus: Er überwies der Frau im Laufe der Monate mehrere Geldbeträge in jeweils fünfstelliger Höhe und nahm schließlich selbst Schulden auf, um seine junge Freundin zu unterstützen. Die wollte das Geld – insgesamt rund 80.000 Euro – zurückzahlen, blieb die Raten aber schuldig. „Meinem Mandanten hat es schließlich gereicht, und er erstattete Anzeige“, sagt Rechtsanwalt Doehring.

Der Jurist hat nach eigenen Angaben inzwischen zahlreiche Hinweise erhalten, dass die Mitarbeiterin der Pflegeeinrichtung noch weiteren Rentnern das Geld aus der Tasche gezogen haben könnte. „Es geht um sechs weitere Fälle, die in direktem Zusammenhang mit der Pflegeeinrichtung in Springe stehen. Mir liegen Berichte von Betroffenen und Außenstehenden vor“, sagte Doehring. In einem Fall habe ein Rentner der Frau seine ec-Karte überlassen. „Die Geschädigten tun sich schwer, über die Vorfälle zu sprechen. Sie verspüren eine große Scham, dass sie dieser Frau auf den Leim gegangen sind“, sagte Doehring. Zumal die Betroffenen nur wenig gegen die 31-Jährige in der Hand haben. Der 77-Jährige, der die Frau im vergangenen Winter anzeigte, hatte sich zumindest Schuldscheine ausstellen lassen. Andere Geschädigte taten das nicht, sie vertrauten ihrer jungen Liebhaberin blind.

Rechtsanwalt Doehring geht davon aus, dass die Frau sich im Laufe der Monate einen sechsstelligen Betrag ergaunert hat. Sein Mandant ist inzwischen verstorben; Doehring vertritt nun die Nichte des Mannes. Sie droht auf den Schulden sitzen zu bleiben, die ihr Onkel aufnahm, um die Altenpflegerin zu unterstützen, und fordert jetzt das Geld zurück. Die Ermittlungen gegen die Beschuldigte dauern an. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Hannover laufen gegen die Frau noch weitere Verfahren. Die Altenpflegerin soll Waren im Internet bestellt, aber nicht dafür gezahlt haben.

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Von Redakteur Vivien-Marie Drews

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