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Polizist Günther ist Stammgast in Schulen

Springe Polizist Günther ist Stammgast in Schulen

Springes Kontaktbeamter Jens Günther besucht regelmäßig die Schulen in Springe. Einfach nur so zum Reden.

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Die Schul-Sozialpädagogin Esther Stock und der Kontaktbeamte Jens Günther sprechen in der Gerhart-Hauptmann-Schule über potenziellen Nachwuchs bei der Polizei.

Quelle: Hermes

Springe. Skeptische Blicke, hochgezogene Augenbrauen und gerunzelte Stirn: Den Schülern in der Gerhard-Hauptmann-Schule ist sichtlich anzumerken, dass sie sich fragen: „Was macht der Polizist bei uns?“ Passiert ist allerdings nichts - kein Vergehen, keine Straftat - Springes Kontaktbeamter Jens Günther ist einfach zum Reden da.

Ein- bis zweimal im Monat wird er in den weiterführenden Schulen in Springe, darunter das OHG, die IGS, die BBS, die Peter-Härtling-Schule, die Heinrich-Göbel-Realschule und die Gerhard-Hauptmann-Schule, eine Sprechstunde anbieten. „Dass ich jetzt regelmäßig vor Ort bin, muss sich erst einmal herumsprechen; das braucht seine Anlaufzeit“, sagt Günther. Bisher seien die Schüler noch irritiert über seine Anwesenheit, doch die Schulen würden seine Sprechstunden regelmäßig ankündigen. „Irgendwann ist es ganz normal, dass ich da bin“, so der Kontaktbeamte.

Die Sprechstunde sieht Günther als Hilfestellung. „Es geht um die Zusammenarbeit von Lehrern, Schülern, Polizei und auch von Eltern“, erklärt Günther. Er habe schon den ein oder anderen Konflikt lösen können. „In erster Linie geht es mir aber darum, Präventivarbeit zu leisten, damit die Polizei nicht repressiv tätig werden muss“, sagt Günther. Da gehe es zum Beispiel um Themen, wie das illegale Streamen von Videos, das Herunterladen von Musik oder auch um Drogen.

Schüler hätten sich aber auch schon bewusst an ihn gewandt, um das Vier-Augen-Gespräch zu suchen. „Ich positioniere mich immer erst in den jeweiligen Pausenhallen, damit mich möglichst viele wahrnehmen. Möchte jemand, ein vertrauliches Gespräch führen, gehen wir in einen separaten Raum“, sagt Günther.

Auch Lehrer nähmen sein Angebot gerne in Anspruch. „Wenn es beispielsweise einen Konflikt in der Klasse gibt, der strafrechtlich relevant ist, werde ich als Berater tätig.“ Es habe mal den Fall gegeben, da seien mehrere Fahrräder beschädigt worden. „Es ist schon auffällig, wenn so etwas nur Schülern einer Klasse passiert“, sagt Günther. Er habe die Schüler dann darüber aufgeklärt, dass es sich bei einer Sachbeschädigung nicht um ein Kavaliersdelikt, sondern um eine waschechte Straftat handle. „Seitdem wurde kein weiteres Fahrrad beschädigt“, berichtet Günther.

Generell dürfe er aber Straftaten nicht unter den Tisch fallen zu lassen. „In diesem speziellen Fall gab es keinen Täter, aber wenn ich einen strafrechtlichen Sachverhalt mitbekomme, bin ich verpflichtet, dem nachzugehen“, betont der Kontaktbeamte.

An der Gerhard-Hauptmann-Schule und an der IGS stehen ihm zudem zwei Sozialpädagoginnen zur Seite, die die Schülergespräche koordinieren. „Das Angebot ist wirklich sehr sinnvoll und bringt sowohl Lehrern als auch Schülern was“, sagt Sozialpädagogin Esther Stock.

„Mir geht es hier aber auch bewusst um Nachwuchswerbung“, sagt Günther. Da er zudem Einstellungsberater sei, wolle er den Schülern auch berufliche Zukunftsmöglichkeiten bei der Polizei aufzeigen. „Aktuell habe ich zwei Schüler vom OHG bei ihren Einstellungsverfahren begleitet, die beide die Tests gemeistert haben.“

von Sandra Hermes

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