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Pssst - Ruhe bitte!

Pssst - Ruhe bitte!

Nur mal ganz kurz den Rasentrimmer oder die Heckenschere anstellen - es ist doch erst 19.30 Uhr, und es wird schon keinen stören. „Falsch“, sagt Karsten Kohlmeyer, stellvertretender Leiter des Ordnungsamtes.

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Da ist Rücksicht gefragt: Wer mittags mit großen Maschinen arbeitet, sorgt bei seinen Nachbarn für Unmut. Mischer

Springe. Ihn und seinen Kollegen Udo Helms erreichen in den Sommermonaten nahezu täglich ein bis zwei Beschwerden von Bürgern, die sich mittags oder abends von ihren Nachbarn belästigt fühlen.

„Wir sind nicht für Nachbarschaftsstreit da“, betont Helms. Manche Beschwerden seien mehr begründet als andere. „Als Erstes sollten die Beschwerdeführer mit dem Nachbar sprechen, in 60 bis 70 Prozent der Fälle wird das gar nicht gemacht“, so Helms. Der Ruhestörer sollte dann auf die städtische Verordnung hingewiesen werden. „Oft hören wir dann, dass mit dem Nachbar gar nicht mehr zu sprechen sei“, sagt Helms.

Aus Erfahrung weiß er: Die Theorie und die Praxis unterscheiden sich stark. „Wenn es zu vielen Gesprächen kommt und sich keine Lösung abzeichnet, fahren wir selbst kurz hin, um uns ein Bild zu machen, was wirklich los ist.“ Und nicht immer bewahrheiten sich die Vorwürfe. „Manche steigern sich da rein“, ärgert sich Helms. Besonders ärgerlich seien die Beschwerden aus den kleineren Ortsteilen. „Da wird sich über Pferde, Hühner und Kühe aufgeregt. Das kann ich nicht nachvollziehen. Da sollte man die Kirche im Dorf lassen“, so Helms. Schließlich sollten die Bürger auf dem Dorf mit Tieren und Landwirten, die mähen müssen, rechnen. „Sonst müssen sie in eine Großstadt ziehen.“

Öfter müsste er dann an den gesunden Menschenverstand appellieren. Helms sieht auch die Bürger in der Pflicht, die Nachbarschaftsstreitigkeiten zu klären - bevor man die Stadt einschaltet. „Wir haben auch andere Dinge zu tun, als uns um einen krähenden Hahn zu kümmern.“ Im Herbst würden sich die Springer vermehrt über das Laubgebläse aufregen.

Wenn die Temperaturen steigen, nehmen im Ordnungsamt aber auch die Nachfragen von engagierten Hobbygärtnern zu, die auf der sicheren Seiten sein wollen, bevor sie geräuschintensive Arbeiten beginnen. Es gäbe aber auch immer wieder Beschwerden zu Rauchbelästigung. „Gerade im Sommer wird viel gegrillt, da regen sich viele auf.“ Der Nachbar dürfte aber nicht „eingeräuchert“ werden. Die Anwohner sollten aufeinander Rücksicht nehmen, wünscht sich Helms.

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