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Ralf Burmeister ist CDU-Kandidat für Springe

Kommunalwahl 2016 Ralf Burmeister ist CDU-Kandidat für Springe

Ralf Burmeister führt die CDU als Bürgermeister-Kandidat in den Wahlkampf. Der Eldagser Ortsbürgermeister setzte sich am Mittwochabend mit 60 Stimmen in einer Kampfabstimmung gegen Torsten Luhm (Alvesrode, 31) und Udo Niemann (Bennigsen, 9) durch. Burmeister tritt am 17. Januar an.

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Der Eldagser Ortsbürgermeister setzte sich am Mittwochabend mit 60 Stimmen in einer Kampfabstimmung durch.

Quelle: Archiv

Springe. „Ich schwöre Ihnen“, ruft der große Mann in den Raum, „wir werden abgehängt!“ Diese Sorge um Springe teilt offenbar die Mehrheit der CDU-Mitglieder mit Ralf Burmeister: Sie wählten den erfahrenen Lokalpolitiker Mittwochabend mit deutlicher Mehrheit zu ihrem Bürgermeisterkandidaten. Der 58-jährige Eldagser hatte zuvor ein klares Bekenntnis gegen das Kirchturmdenken abgelegt: „Ich fühle mich als Springer!“

60 der 100 anwesenden Christdemokraten gaben Burmeister am Ende ihre Stimme. Damit hängte er seine Herausforderer klar ab: Torsten Luhm, Ortsratsmitglied aus Alvesrode, kam auf 31 Stimmen, Bennigsens CDU-Chef Udo Niemann nur auf 9.

Nach drei Stunden steht die Luft im Saal der altehrwürdigen „Deisterpforte“. Hier schlägt das viel beschworene Herz der Basisdemokratie. Der Sauerstoff wird knapper, es gibt noch ein Pils gegen die trockene Kehle. Und CDU-Chefin Elke Riegelmann muss ihren frischgekürten Ralf Burmeister jetzt erst mal in den Arm nehmen. Dem „Langen“, wie der Eldagser liebevoll genannt wird, merkt man die frisch gelöste Spannung an.

In seiner Vorstellungsrede war er kurz zuvor schon einmal emotional geworden. „Wir sollten nicht vergessen, warum wir überhaupt so früh wählen müssen“ – so erinnerte Burmeister an den plötzlichen Tod von Bürgermeister Jörg-Roger Hische, an seinen persönlichen Freund, dem er jetzt auf dem Chefsessel des Rathauses nachfolgen möchte. Burmeister hatte außerdem kurz seine Schwerpunkte dargelegt: Springes Randlage in der Region, die ihn nach dem Krankenhaus auch um den Regiobus-Betriebshof, das Finanzamt oder die Berufsschule bangen lässt. Die Notwendigkeit, verstärkt kleine und mittelständische Betriebe anzusiedeln: Große Brocken wie Octapharma und Paulmann „waren Zufälle – die locken wir nicht mehr an“.

Es folgten Luhm, der sehr frei und präzise sprach und viele verschiedene Themen berührte sowie Niemann, der sich eher kurzfasste. Dann schritten die 100 Mitglieder in alphabetischer Reihenfolge hinter den Pappkarton, der heute als Wahlkabine fungierte. Immer unter den wachsamen Augen von Vorstand, Vertrauenspersonen, Mandatsprüfern, Zählbeauftragten... Das Herz der Basisdemokratie ist manchmal eben auch auf das Hirn der Basisdemokratie angewiesen.

Dann die Verkündung. An Burmeisters Tisch brandet Jubel auf, Umarmungen, Schulterklopfer. Zu den ersten Gratulanten zählen Luhm und Niemann, die dem Gewählten Wahlkampfhilfe zusichern. Nicht selbstverständlich: Schließlich hatte Burmeister bei der Wahl 2011 noch seinen Freund Jörg-Roger Hische unterstützt – gegen CDU-Kandidat Friedrich Woltmann, wie Luhm ein Alvesröder.

Gegen wen Burmeister am 17. Januar antritt, entscheidet die SPD als großer Konkurrent am 9. Oktober. Drei Kandidaten wollen es auch dort wissen: Volker Gniesmer, Bastian Reinhardt und Hartmut Albers. Und auch dort dürfte es Pils, stickige Luft, eine Zählkommission und Demokratie zum Anfassen geben.

von Christian Zett

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