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Rechenspiele im Alten Rathaus

Heute Rechenspiele im Alten Rathaus

Für den amtierenden Ortsbürgermeister Carsten Marock (SPD) wird die Luft im Kampf um seinen Posten dünner: Das Grünen-Ortsratsmitglied Lars Jungfer will CDU-Kandidat Karl-Heinz Friedrich unterstützen.

Springe. Karl-Heinz Friedrich fehlt damit rechnerisch nur noch eine einzige Stimme, um Marock gleich im ersten Wahlgang zu schlagen.

Elf Sitze hat der Ortsrat - vier davon reichen der CDU, um größte Fraktion zu sein. Auch daraus ergibt sich der Anspruch, den Friedrich auf den Posten erhebt. Marocks SPD ist mit drei Politikern dabei, hat aber bei der Wahl rund 200 Stimmen mehr erhalten als Friedrich. Dazu kommen je ein Vertreter von FDP, Freie Wähler und Grünen sowie Einzelkandidat Uwe Lampe. Sofern SPD und CDU in der ersten Ortsratssitzung am Mittwoch, 2. November, geschlossen für ihre Kandidaten stimmen und Jungfer sich auf Friedrichs Seite schlägt, kommt es auf die anderen drei Ortsratsmitglieder an: Einer allein könnte Friedrich schon im ersten Wahlgang zur nötigen absoluten Mehrheit verhelfen.

Lampe selbst will sich ebenfalls eine Kandidatur offenhalten. Er sieht seine Chance, wenn es im ersten Wahlgang noch keinen Sieger gibt - etwa durch ein Stimmenpatt, weil sich ein Politiker enthält. Dann will er sich als eine Art Konsenskandidat ins Gespräch bringen. Er habe aber nicht im Vorfeld versucht, sich Mehrheiten zu organisieren, betont Lampe.

Jungfer selbst macht keinen Hehl aus seiner Wahlentscheidung: Ihm wäre es zwar am liebsten gewesen, wenn sich die Kandidaten untereinander geeinigt hätten - doch er möchte demokratisch sein. „Die CDU hat die meisten Stimmen bekommen. Und die stärkste Fraktion hat das Anrecht, den Ortsbürgermeister zu stellen. Das ist ein ungeschriebenes Gesetz“, so Jungfer. Seine Wahl falle aber auch auf Friedrich, weil der Polizist im Ruhestand bereits Erfahrungen in einer Verwaltung mitbringe und von seinem früheren Beruf als Kontaktbeamter über ein großes Netzwerk verfüge. Auch Guido Tegtmeyer (Freie Wähler) weiß bereits, wem er seine Stimme geben wird. „Ich habe mit allen Kandidaten gesprochen und eine Entscheidung gefällt, die ich aber bis zur Wahl nicht verraten werde“, erklärte er. Niklas Kelting von der FDP hat sich noch nicht festgelegt. Mit Marock habe er bereits gesprochen, mit Friedrich noch nicht. Er wolle jetzt abwarten, ob sich der Christdemokrat bei ihm meldet. Fest steht für Kelting, dass er sich bei der Wahl nicht enthalten will: „Man sollte dem Bürgerwillen aber entgegenkommen“, betont das Ortsratsmitglied.

Friedrich will um die fehlende Stimme kämpfen: „Ich habe viele positive Gespräche geführt und bin zuversichtlich“, sagt er. „Dass der Ortsbürgermeister nicht direkt von den Springern gewählt wird, musste ich in letzter Zeit mehrfach erklären.“ Friedrich ist auch bereit, das Amt des Stellvertreters zu übernehmen: „Man sollte das nicht zu hoch hängen. Hier wird keiner Bundeskanzler. Ich sehe das locker und bin entspannt.“

Marock selbst ist weiterhin zuversichtlich, Ortsbürgermeister zu bleiben. Sollte im ersten Wahlgang kein Kandidat mindestens sechs Stimmen erhalten, gibt es einen zweiten Durchgang, in dem die einfache Mehrheit reicht - ohne Mindest-Stimmenzahl. Steht es allerdings unentschieden, dann entscheidet das Los.

Von Saskia Helmbrecht, Sandra Hermes und Christian Zett

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