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Saunaschließung erhitzt Gemüter

Springe Saunaschließung erhitzt Gemüter

Joachim Giesecke und Hartmut Zauft sind sauer. Seit mehr als 30 Jahren besuchen sie Woche für Woche die Sauna im Hallenbad in Springe.

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Dort lang: Der Zugang zum Saunabereich des Hallenbades ist verschlossen. Und wird es wohl auch künftig bleiben. Mischer

Springe. Sie gehören zu der Männergruppe, die immer mittwochs saunieren geht. Seit gestern ist allerdings Schluss.

Im Sportausschuss war es nur eine Mitteilung von vielen: Die Sauna im Hallenbad wird geschlossen. Ein Betrieb finde nicht mehr statt. Als Grund nannte Gabriele Tegtmeyer die Tatsache, dass der bisherige Pächter nicht mehr bereit sei, die Sauna anzubieten. Und dass ein Weiterbetrieb in Regie der Stadt unwirtschaftlich sei.

Das sehen Giesecke und Zauft anders. „Der ehemalige Pächter hat uns verraten, dass er in den Wintermonaten etwa 3000 Euro an Eintrittsgeldern eingenommen hat“, berichtet Giesecke. „Damit lässt sich doch arbeiten.“ Zauft ergänzt: „Was wollen sie uns denn noch alles wegnehmen? Es kann doch nicht angehen, dass wir immer in andere Gemeinden fahren müssen, um in die Sauna gehen zu können.“ Verärgert sind die passionierten Saunagänger auch, weil die Stadt sich nicht bemüht habe, einen passenden Nachfolge-Pächter zu finden. „Es ist nirgendwo eine Anzeige geschaltet worden. Es hat keine aktive Suche nach einem Nachnutzer stattgefunden“, kritisiert Giesecke.

Fachbereichsleiter Clemens Gebauer kann den Missmut der Saunaliebhaber verstehen. Aber erbittet sich auch Verständnis. „Wir können nicht für eine Gruppe einen fünfstelligen Betrag in die Hand nehmen und den Betrieb am Laufen halten“, erklärt er.

Allein Personalkosten beliefen sich jährlich auf mindestens 40 000 Euro. „Es müsste ja immer ganztägig jemand da sein, aus Sicherheits- und aus Hygienegründen.“ Für Springe sei der Saunabetrieb ein Zuschussgeschäft. „Wir haben mit dem ehemaligen Pächter gesprochen und wissen, dass er sich nur finanzieren konnte, weil er zusätzlich Massagen angeboten hat“, berichtet Gebauer. Man dürfe nicht vergessen, dass die Anlagen schon recht runtergekommen seien, vor allem das Becken und der Außenbereich. Da seien Sanierungsarbeiten nötig, deren Finanzierung die Stadt nicht aufbringen könne.

Hinzu kämen Energie- und Wasserkosten sowie ein erheblicher technischer Aufwand. „Der Saunabetrieb ist schlicht nicht refinanzierbar“, stellt der Fachbereichsleiter klar.

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