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Schädelfund gibt weiter Rätsel auf

Köllnischfeld Schädelfund gibt weiter Rätsel auf

Nach dem Fund menschlicher Knochen im Wald bei Köllnischfeld hat Revierförster Axel Gerlach seine eigene Theorien aufgestellt. Die Polizei macht ihre weiteren Ermittlungen von den Ergebnissen der Untersuchung abhängig.

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Quelle: Heimatzeitungen

Köllnischfeld. „Kommt da noch eine Hundertschaft?“ fragt sich Axel Gerlach, Revierleiter der Försterei Köllnischfeld. Vor gut einer Woche meinte er, einen Luftballon im Wald entdeckt zu haben. Doch je näher er dem runden, weiß leuchtenden Gegenstand zwischen Büschen und Blättern kam, desto klarer wurde dem Förster, dass es sich um einen Schädel handelt.

Den eines Menschen, der aus seiner Sicht noch nicht allzu lange da gelegen hat. „Drei bis vier Monate vielleicht“, schätzt er und begründet dies damit, dass an dem Schädel noch Knochenhaut haftete. Den Rest hätten wohl Tiere gefressen. „Da muss man schon mal schlucken, sich schütteln und dann weitermachen mit seinem Tagewerk“, erinnert sich Gerlach an den Fundmorgen. Am vergangenen Sonntag hat ein Spaziergänger weitere menschliche Knochen westlich des Forsthauses gefunden und ebenso der Polizei gemeldet.

Die Beamten kommentieren die Funde zurückhaltend. „Das können wir so nicht bestätigen“, sagt Polizeisprecher Philipp Hasse aus Hannover zu der Einschätzung des Försters. Und verweist auf die Forensik der Medizinischen Hochschule Hannover. Dort würden die Knochen untersucht. „Unsere Erfahrung ist, dass so etwas Wochen und Monate dauern kann“, sagt Hasse. Mit Details wie Alter, Zusammengehörigkeit der Knochen oder auch Geschlecht der verstorbenen Person würden die Ermittler aber an die Öffentlichkeit gehen. Das Waldgebiet in Kürze noch einmal zu durchkämmen, sei nicht geplant. „Wir warten auf einen Fingerzeig aus der Rechtsmedizin für unsere weiteren Ermittlungen“, erklärt der Sprecher.

Indes hat Förster Gerlach sich seine Gedanken dazu gemacht, was mit den Leichenteilen in seinem Revier passiert sein könnte. Bei einer großen Jagd im Januar auf einer Fläche von etwa 750 Hektar sei noch niemandem etwas aufgefallen. „An dem Montag war mir aber gleich klar, dass da noch mehr sein muss als der Schädelknochen“, sagt er. Wildschweine und Füchse könnten womöglich zwar Rippenknochen geknackt haben, nicht aber größere Knochen. „Die sind zu hart für das Wild.“

Dass der Schädelknochen allein auf weiter Flur lag, macht den 55-Jährigen zwar menschlich betroffen, stutzig dagegen nicht. Er geht davon aus, dass Tiere die Überreste bis zum Fundort verschleppt haben. „Die Form erinnert an einen Ball, gehen Sie mal davon aus, dass Wildschweine mit enormer Nackenmuskulatur Spaß daran haben, so ein Ding mit dem Kopf vor sich herzutreiben“, führt er aus. Auch Füchse würden Gegenstände, an denen sie Gefallen finden, gern durch den Wald tragen.

Bis Genaueres bekannt ist, hat er sich persönlich die Version zurechtgelegt, dass womöglich eine vermisste Person sich im Wald verirrt hat und tragisch zu Tode gekommen ist. „Den Eindruck macht das so auf mich“, sagt er, den es noch erschaudern lässt, wenn er an den Fund denkt. So etwas sei ihm erstmals passiert.

Mit weiteren Plastik- und Ballonfunden rechnet er dagegen täglich. Auch Vandalismus im Wald ist ein Thema für ihn. Am Tag, als er den Schädel fand, war er unterwegs, um Hochsitze auf ihre Standfestigkeit hin zu überprüfen. „In letzter Zeit werden die manchmal absichtlich umgekippt“, sagt er.

von Katharina Weißling

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