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Schäfer kritisiert „Wolfspolitik“

Springe Schäfer kritisiert „Wolfspolitik“

Der Berufsschäfer Guido Hampel aus Dahle fürchtet nach der jüngsten Sichtung eines Wolfes um die Sicherheit seiner Tiere und um seine Existenz: Von der Politik müsse dringend mehr Hilfe kommen.

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Zur Sicherheit bringt Guido Hampel junge Tiere im Stall unter.

Quelle: Mischer

Springe. Steinkrug/Dahle. Die jüngste Sichtung eines Wolfes bei Steinkrug treibt Guido Hampel die Sorgenfalten auf die Stirn. Der 47-Jährige glaubt nicht, dass die vom Land empfohlenen Methoden zur Wolfsabwehr sonderlich wirkungsvoll sind: „Die Maßnahmen hat man sich am Schreibtisch ausgedacht“, sagt er, „die Praxis sieht ganz anders aus“.

Mittels höherer Zäune, eines darüber gespannten Flatterbandes und bestenfalls eines Untergabeschutzes sollen die Tiere laut Empfehlungen des Wolfsbüros Niedersachsen vor Übergriffen von Wölfen geschützt werden. Hampel, der gemeinsam mit seiner Lebenspartnerin Martina Berger die Schäferei Berger mit 500 Schafen betreibt, ist da skeptisch. „Das ist einfach gesagt“, meint er. Aber: „Selbst wenn ich all diese Sicherheitsvorkehrungen treffe, kann es zu einem Angriff auf meine Tiere kommen“, ist er überzeugt. Sollte das Raubtier durch Zäune vom Angriff auf die Herde tatsächlich ferngehalten werden, hätte aber allein das Auftauchen der Raubtiere Konsequenzen. „Wenn in der Herde eine Panik ausbricht, ist schnell der Zaun umgetreten - und es gibt kein Halten mehr.“ Solche Zwischenfälle, etwa wenn die Herde plötzlich auf der Bundesstraße stehe, könne rasch zu Problemen mit der Versicherung führen. Und für durch den Wolfsstress verursachte Folgen, etwa Fehlgeburten, gäbe es keine Entschädigung. Selbst wenn es welche gibt, etwa für nachweislich vom Wolf getötete Tiere, sei die Beantragung mit einem erheblichen bürokratischen Aufwand verbunden. „Das dauert vier Monate, bis so ein Antrag durch ist.“

Tatsächliche Verluste durch Wildtierübergriffe, gerade auf Lämmer, sind schon jetzt ein Thema für Hampel: „Kolkraben picken auf die jungen Tiere ein“, sagt der Schäfer. Der Lammbestand habe sich in den letzten zehn Jahren mehr als halbiert.

Jetzt kommt der Wolf. „Das Tier lernt ja, früher oder später schreckt ihn so ein Elektrozaun nicht mehr ab“, fürchtet der Schäfer. Und rechnet damit, dass es bis zum ersten Wolfsangriff auf seine Tiere nur eine Frage der Zeit ist. Er würde sich von der Politik mehr Unterstützung wünschen. „Dabei geht es um unsere Existenz“, sagt der Dahler. „Alle fordern, dass Tiere artgerecht auf der Weide gehalten werden, und wünschen sich Direktvermarktung“, sagt er. „Wir machen das. Aber statt das zu fördern, bewirkt man mit der Wolfspolitik das Gegenteil.“

Berger und Hampel halten 500 Schwarzköpfige Fleisch-Schafe. Die Weideplätze des Schäferbetriebes in zweiter Generation sind unter anderem in Altenhagen I und bei Hannover.

von Ralf T.Mischer

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