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Schlüsselkarte an Feuerwehr übergeben

Bennigsen Schlüsselkarte an Feuerwehr übergeben

Der Publizist Jean Paul hat mal gesagt, dass Gerüchte wie Polypen sind: Je öfter man sie bekämpft, je größer werden sie. Wie also mit der Behauptung umgehen, dass das neue Feuerwehrgerätehaus in Bennigsen bereits Mängel aufweist, bevor es fertig ist? Bürgermeister Christian Springfeld ging am Freitag in die Offensive.

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Eine Karte für alle Türen: Stadtbrandmeister Herbert Tschöpe (von links), Ortsbrandmeister Patrick Finze und Bürgermeister Christian Springfeld.

Springe. Das Stadtoberhaupt macht keinen Hehl daraus, dass ihm die Gerüchte rund um den Neubau des Feuerwehrgerätehauses auf die Nerven gehen: „Ich werde bei Bürgermeisterrunden schon darauf angesprochen und gefragt, was da los ist.“ Seine Botschaft: Da ist gar nichts los, alles läuft nach Plan. Gestern hat die Stadt die Karten, mit denen die Türen geöffnet werden, nun offiziell an die Feuerwehr übergeben.

Die waren vorher nämlich schon einmal ausgehändigt und dann wieder eingesammelt worden, wie dem Protokoll der Sitzung des Ortsrates Bennigsen zu entnehmen ist. Der Hintergrund: Mitte August hatte ein Internetartikel über das Feuerwehrhaus im nicht redaktionellen Bürgerportal des Nachrichtenmagazins „Focus“ für Aufregung gesorgt. Demnach weise das Feuerwehrhaus bauliche Mängel auf. Diese Vorwürfe hatten sich nach Recherchen dieser Zeitung aber als haltlos erwiesen.

Nun also der Versuch eines Neuanfangs in Form eines Rundgangs durch die neue Halle: ein großer, heller Raum mit sich anschließendem Sozialtrakt, Kochnische, Werkstatt und Duschräumen. Mängel sind nicht erkennbar, auch versichert Ingenieur André Malkowski, während Planung und Bau stets mit der Feuerwehrunfallkasse in Kontakt gestanden zu haben. Die versichert kommunale Feuerwehrhäuser und achtet darauf, dass in Neubauten geltende Vorschriften und Sicherheitsstandards eingehalten werden. „Ich vertraue den Ingenieuren der Stadt“, sagt Stadtbrandmeister Herbert Tschöpe. Er räumt aber ein, dass man noch nicht ganz glücklich über den Schotter vor dem Haus sei. Malkowski stellt klar, dass die Feuerwehrunfallkasse auch darüber informiert und grünes Licht für die Schotterung gegeben habe - bis das Pflaster verlegt ist.

Und auch im Haus selbst, berichtet Ortsbrandmeister Patrick Finze, wolle die Feuerwehr noch einiges herrichten. Auf einen genauen Zeitplan für die Eröffnung wollte er sich infolgedessen nicht festlegen. Tschöpe betrachtet den Dezember als Termin für die Einweihung aber als durchaus realistisch. „Das ist aber Sache der Feuerwehr Bennigsen“, betont er. Die hatte im Vorfeld angekündigt, Ausbauleitungen auch in Eigenleistung übernehmen zu wollen, damit der Neubau günstiger wird.

Technisch hat das neue Haus viel zu bieten, berichtet Malkowski. Schlüssel gibt es nur noch einige wenige, Ehrenamtliche gelangen auch im Einsatzfall mittels einer Karte ins Gebäude. Und selbst in den Duschen steckt ein Computerchip, der dafür sorgt, dass sich das Wasser regelmäßig von selbst anschaltet, damit sich keine Keime in der Leitung bilden.

Die Tore im Fahrzeugbereich lassen sich mittels Knopfdruck öffnen. Bei der Gelegenheit schaltet sich auch gleich das Licht im Gebäude ein. Überdies soll auf dem Dach eine Fotovoltaikanlage errichtet werden. Malkowski: „Die Ausschreibung dazu läuft bereits.“ An der Bezugsfertigkeit ändere das nichts.

Von Ralf T. Mischer

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