Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 6 ° Sprühregen

Navigation:
Schulbücher oder Zigaretten?

Schulbücher oder Zigaretten?

Insgesamt 27 Tagesordnungspunkte standen auf der letzten Sitzung des Rates vor der Sommerpause. So richtig Diskussionsbedarf gab es aber nur bei einem Thema: Sollen Schulbücher und Unterrichtsmaterial künftig für alle Eltern kostenlos sein?

Springe. Die SPD pochte noch einmal darauf, dem Antrag zur Einführung der sogenannten Lehrmittelfreiheit stattzugeben. Fraktionschefin Katrin Kreipe betonte, Springe müsse Vorreiter sein und für Chancengleichheit bei den Schülern sorgen.

Gegenwind bekam sie von Elke Riegelmann (CDU). Die Ratsfrau und Lehrerin erklärte, dass ihre Fraktion der Meinung des Verwaltungsausschusses folgen und den Antrag ablehnen wolle. Sie hätte errechnen lassen, dass Schulbücher die Eltern pro Jahr nur 50 Euro kosten würden. Wenn man das mit dem Zigarettenkonsum vieler Familien vergleiche, seien das immerhin weniger als zehn Schachteln im Monat.

Empört erklärte Katrin Kreipe, dass es bei den Vergleichen von Riegelmann manchmal ordentlich hake - in einem Leserbrief in der NDZ hatte sie Kinderbetreuungsplätze auch schon mal mit Brötchen verglichen. Davon ließ sich die CDU-Ratsfrau aber nicht aus der Ruhe bringen und folgte ihrer Argumentation: „Wenn die Stadt Springe die Kosten für die Lehrmittel übernimmt, muss sie jährlich eine Summe von etwa 200 000 Euro für Material- und Personalkosten zahlen.“ Zudem wies sie darauf hin, dass auch Lagerräume geschaffen werden müssten, um die Leihbücher unterbringen zu können. Die Raumkapazitäten in den Schulen reichten dafür aktuell nicht aus.

Riegelmanns Gegenvorschlag: „Wir wollen, dass die Schulen digital werden.“ Das wollte Kreipe genauer wissen: „Soll das heißen, dass wir auch Laptops oder Tablets für alle Schüler zur Verfügung stellen?“

So sähe die Zukunft aus, erklärte die CDU-Vorsitzende. Die IGS Springe und die neue Grundschule bekämen schon eine neue EDV-Ausstattung. „Und auch sonst wird es bald so sein, dass die Schulbücher digital angeboten werden und nur noch auf dem PC oder Tablet abgerufen werden“, so Riegelmann. Die Stadt solle das Geld lieber in die digitale Zukunft investieren und fortschrittlich denken.

Ratsherr Hendrik Bennecke (Freie Wähler) bezog klar Stellung: „Meiner Meinung nach muss sich nicht die Stadt Springe, sondern die Landesregierung um die Lehrmittelfreiheit kümmern.“

Am Ende stimmten nur SPD und Linke für den Antrag, CDU, Grüne, Freie Gruppe und Bürgermeister Christian Springfeld lehnten den SPD-Antrag ab.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Die Debatte wurde beendet
Die Debatte zu diesem Artikel ist beendet. Auf HAZ.de können Sie die Themen des Tages diskutieren – hier finden Sie die aktuellen und vergangenen Themen im Überblick.
Mehr aus Nachrichten
Springe – Stadt am Deister

An der Deisterpforte liegt das 30.000-Einwohnerstädtchen Springe. Fachwerk, Jagd und Tiere: Kommen Sie mit auf eine fotografische Reise durch die Deisterstadt.