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Schuss auf Katze: Geldstrafe für Nachbar

Eldagsen Schuss auf Katze: Geldstrafe für Nachbar

Ein Eldagser muss eine Geldstrafe in Höhe 750 Euro zahlen. Das Springer Amtsgericht sah es als erwiesen an, dass der Mann die Katze "Daisy" in der Nachbarschaft angeschossen hat. Das Tier wäre fast erblindet.

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„Daisy“ mit einer Naht am rechten Auge: Die Tierärztin hat die Einschussstelle behandelt. Dank ihrer Arbeit hat die Katze ihr Augenlicht nicht verloren.

Quelle: privat

Springe. Mit einem Luftgewehr soll der 67-jährige Eldagser auf eine Katze aus seiner Nachbarschaft geschossen und das Tier oberhalb des Auges verletzt haben. Wegen dieses Tatvorwurfs musste sich der Mann gestern vor dem Springer Amtsgericht verantworten. Der Angeklagte bestritt, geschossen zu haben. Richterin Mandy Urbschat zeigte sich aber von der Schuld des Mannes überzeugt. Sie verurteilte ihn am Dienstag zu einer Geldstrafe in Höhe von 750 Euro.

Ihre „Daisy“ sei im Juli vergangenen Jahres verletzt nach Hause gekommen, berichtete die 52-jährige Nachbarin des Angeklagten. Eine Tierärztin behandelte das Opfer rund zwei Wochen lang fast täglich, die Katze drohte zu erblinden. Es habe Blutungen in die hintere Augenkammer und in die Netzhaut gegeben, erklärte die behandelnde Tierärztin, die als Sachverständige geladen war.

Die Ursache der Verletzung stellte sich indes erst nach mehreren Wochen und nach Begutachtung des Röntgenbildes heraus: Oberhalb von Daisys Auge steckte ein sogenanntes Diabolo, ein Projektil aus einem Luftgewehr.

Die Besitzerin erstattete Anzeige bei der Polizei. Als Verursacher vermutete sie den Nachbarn: „Mein Mann hat gesehen, wie er mit seinem Luftgewehr auf Bäume in seinem Garten geschossen hat“, berichtete sie. Sie selbst habe Schüsse gehört. Und immer wieder hätte ihr Mann im vergangenen Sommer tote Amseln aus einem Bach neben dem Grundstück herausgefischt.

Polizeibeamte durchsuchten die Wohnung des Angeklagten und fanden dort ein Luftgewehr. Ein Gutachten des Landeskriminalamtes ergab später: Das Projektil im Kopf der Katze wurde mit dem Luftgewehr des Angeklagten abgeschossen.

„Es tut mir sehr leid, dass mit der Waffe Schaden angerichtet wurde“, erklärte der Angeklagte und fügte hinzu: „Ich war es aber nicht.“ Auch andere hätten auf die Waffe Zugriff gehabt, die die Polizei im Hinterausgang seines Hauses sichergestellt hatte. Sein Verteidiger plädierte auf Freispruch: Niemand habe seinen Mandaten jemals auf Tiere schießen sehen, erklärte er. Zudem habe der Mandant noch tote Vögel gefunden, nachdem ihm die Polizei das Luftgewehr abgenommen hatte. Das habe er mit Fotos dokumentiert.

Doch an einen geheimnisvollen unbekannten Dritten glaubte Richterin Urbschat nicht. Sie sah es als erwiesen an, dass der Eldagser selbst mit seinem Luftgewehr auf die Katze geschossen hat. In ihrem Urteil blieb sie unter dem Antrag der Staatsanwältin. Sie hatte eine Geldstrafe in Höhe von 1000 Euro gefordert.

von Annegret Brinkmann-Thies

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