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„Singen tut der Lunge gut“

Springe „Singen tut der Lunge gut“

Die Selbsthilfegruppe für Menschen mit der Lungenkrankheit COPD feiert fünfjähriges Bestehen. Im Herbst will die Gruppe ein Gesangsprojekt starten.

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Elke Mosch und Hans-Jürgen Streich freuen sich, mit den Gästen das Bestehen der Gruppe zu feiern.

Quelle: Foto: SZABO

Springe. Springe. Es sind vier Buchstaben, die Leben verändern. COPD - eine chronisch obstruktive Bronchitis. Etwa vier Millionen Patienten in Deutschland leiden unter der Lungenkrankheit, einer von ihnen ist Hans-Jürgen Streich. Er hat vor fünf Jahren eine Selbsthilfegruppe ins Leben gerufen, die jetzt ihr Bestehen feierte.

„Vor fünf Jahren wusste ich nicht, dass die Gruppe so gut laufen wird“, sagt Streich. COPD wird in einigen Jahren die dritthäufigste Todesursache nach Herzinfarkt und Schlaganfall sein, sagt Streich. Ein Grund für ihn, aufzuhorchen, etwas zur Aufklärung über die Krankheit beizutragen und Betroffenen zu helfen. Als Streich, der gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Elke Mosch die Selbsthilfegruppe gründete, von seiner Diagnose erfuhr, kannte er COPD nicht. Selbst vielen Ärzten sei die Erkrankung trotz der Häufigkeit oft nicht geläufig: Atemnot, geringe Belastbarkeit, Kollaps nach körperlicher Belastung sind die häufigsten Symptome.

Ob aus Elze, Hildesheim, Bad Münder oder Springe, zahlreiche Besucher aus dem Umfeld feiern das Bestehen der Gruppe. Die meisten Betroffenen haben ein Sauerstoffgerät bei sich, das in regelmäßigen Abständen bei jedem Atemzug mit einem leisen „Zisch“ den Patienten mit Sauerstoff versorgt. Sie fachsimpeln über Behandlungsmethoden, Schläuche und Geräte. Auch Angehörige sind dabei. „Sie spielen eine sehr wichtige Rolle, denn die Krankheit bestimmt den Alltag und bringt eine Reihe von Belastungen mit sich“, weiß Streich. Oft müssen die Partner den Großteil der täglichen Hausarbeit übernehmen und in Notfällen sehr schnell reagieren.

Paul Gertz, der an der heimtückischen Lungenkrankheit leidet, und seine Lebensgefährtin Erika Mosdorf schätzen die Selbsthilfegruppe. Sie sind von Anfang an regelmäßig dabei. Bei Gesprächen mit Ärzten blieben oft viele Fragen offen und unbeantwortet. Auf Ängste und Befürchtungen wurde nicht adäquat eingegangen, sagen sie. Mosdorf und Gertz loben die abwechslungsreichen Vorträge der Gruppe, die Informationen über die Krankenkassen und die Atemgymnastik.

„Positives Denken ist sehr wichtig“, fügt Mosdorf hinzu. Von Anfang an fühlte sich das Paar sehr gut aufgehoben. Sie mögen die herzliche Atmosphäre und den Humor in der Gruppe. Das wirke auf beide beruhigend.

Die Patienten haben eine Möglichkeit für einen regen Gedankenaustausch. Zukunftsthemen werden besprochen. Das Ziel der Gruppe: die Isolation des Einzelnen aufzuheben und dadurch sein Selbstvertrauen und die Solidarität zu stärken. Die Gruppe trifft sich jeden zweiten Sonnabend im Monat in den Räumen der Levimed-Tagespflege.

Hans-Jürgen Streich hatte eine Neuigkeit mitgebracht: Die Krankenkasse genehmigte die begehrte Atemtherapie. Neben hilfreichen Übungen soll es auch einen zweistündigen Vortrag darüber geben, wie man die Atmung verbessern kann.

Begeisterung löste auch die Nachricht aus, dass im Herbst ein Gesangsprojekt stattfindet. „Singen tut unserer Lunge gut.“

Von Patricia Szabo

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