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Skepsis beim Thema Südlink

Springe/Bennigsen Skepsis beim Thema Südlink

Mehr Fragen als Antworten: Die Südlink-Trasse könnte durch Springer Stadtgebiet laufen - und das sorgt für Verunsicherung.

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Springes FDP-Chef Harald Klotz (l.) und der FDP-Landtagsabgeordnete Stefan Birkner stellen sich Bürgeranfragen. Herrmann

Quelle: Bernhard Herrmann

Springe/Bennigsen. Etwa beim Landwirt Friedrich Henkels. „An einer autobahnähnlichen Trasse über mein Land habe ich kein Interesse“, sagte er während einer Info-Veranstaltung der heimischen FDP mit dem Landtagsabgeordnete Stefan Birkner.

20 Mitglieder und Gäste waren am Montagabend nach Bennigsen gekommen, um über das geplante Projekt Südlink und die möglichen beiden Erdkabel-Korridore zu sprechen. Birkner erläuterte, dass er selbst vom Südlink und dem damit verbundenen Ausbau der erneuerbaren Energie an seinem Wohnort in Garbsen betroffen sei. Der ehemalige Umweltminister von Niedersachsen begrüßte die freiwillige Beteiligung für Bürger seitens Tennet am Netzaufbau und erläuterte den Anwesenden die Netzentwicklungsplanung. „Die spätere Bundesfachplanung ist bindend und nicht beklagbar“, sagte Birkner.

Ein Zuhörer fragte, ob es möglich sei, die Trasse parallel neben ICE-Strecken der Deutschen Bahn oder von Autobahnen verlaufen zu lassen. Birkner entgegnete, dass dabei Siedlungen und Raumwiderstände wie Waldgebiete einen Ausbau verhindern könnten. „Der europäische Naturschutz ist streng“, sagte Birkner.

Wenn das Planfeststellungsverfahren nach Baurecht läuft, könnten sogar Grundstücksbesitzer für den Trassenbau enteignet werden, gab Birkner zu bedenken. Er wünscht sich ein faires Verfahren und einen Abwägungsprozess für die Trassenauswahl.

Die Erdverkabelung ist vom Gesetzgeber per Bundesgesetz angeordnet. „Wir sollten uns auf das Verfahren konzentrieren“, forderte Birkner von den Bürgern, da die politische Diskussion über Südlink abgeschlossen ist. Birkner konnte Zuschauer beruhigen, dass es keine Kontrollschächte im Erdboden im Trassenverlauf geben soll.

Die Frage nach Entschädigungen von Grundstücks- und Landbesitzern nahm breiten Raum bei den Zuhörern ein. Wegen etwaiger dauerhafter Beeinträchtigungen sprach sich der Landtagsabgeordnete für wiederkehrende Zahlungen anstatt nur einer Einmalzahlung als Entschädigungen für die Nutzung der Grundstücke bei der 30 Meter breiten Trasse aus. Die Entschädigungen der Grundstückseigentümer sind laut Birkner Bestandteil des Milliardenprojekts für die Stromkunden.

Landwirt Friedrich Henkels fürchtet, dass das Bodengefüge erst ein Jahr nach dem Ausbau der Erdverkabelung wiederhergestellt ist. Er sieht auch Probleme mit der Bodenerwärmung. Und wenn Henkels mit einem Traktor zum Düngen bei minus zwei Grad Celsius über die Felder fährt, befürchtet er, im Bereich der nicht überfrorenen Trasse mit den Rädern in Erdboden einzusinken. Wegen der Sandböden bei Burgdorf sprach sich Henkels für die Osttrasse aus.

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