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So bereitet sich Springe auf den ESC von Jamie-Lee vor

Springe So bereitet sich Springe auf den ESC von Jamie-Lee vor

Noch fünf Wochen, dann schaut Europa auf Jamie-Lee Kriewitz. Und ihre Heimatstadt bereitet sich auf den Tag des Eurovision Song Contests vor. Jeder auf seine Weise: Die Stadt schickt der 18-Jährigen Kuscheltiere, Public-Viewing-Planer staunen und bangen, der Ortsrat Bennigsen verzweifelt ein wenig an der Welt der Bildrechte. Eine Rundreise.

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Jamie-Lee Kriewitz (links) tritt am Donnerstag bei der Echo-Verleihung in Berlin auf - und berichtete Moderatorin Barbara Schöneberger von ihren aktuellen Plänen.

Quelle: dpa

Springe. Eigentlich fehlt ihm nicht mehr viel für sein großes Public Viewing: Michael Jordan von „Carat Events“ hat einen DJ organisiert, die Technik ist da, eine LED-Leinwand, Buden mit Essen und Getränken. Der Eintritt soll frei sein; die Stadt erlässt die Sondernutzungsgebühren.

Eigentlich gibt es nur einen Schönheitsfehler. Das Geld fehlt noch für die große Jamie-Lee-Sause auf dem Marktplatz am 14. Mai, Eurovision Song Contest live. Mehrere Tausend Euro kostet das Spektakel. Jordan spricht mit heimischen Firmen, hofft auf weitere Unterstützer. „Ich habe mir eine Frist gesetzt. Wenn das Geld zwei Wochen vorher nicht da ist, dann klappt es nicht“, sagt der Veranstaltungsmanager.

Eine 17-jährige Schülerin aus Springe wird Deutschland beim Eurovision Song Contest vertreten: Jamie-Lee Kriewitz gewann den deutschen ESC-Vorentscheid. Sehen Sie hier die schönsten Bilder der Show "Unser Lied für Stockholm".

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Stefan Schwägermann vom gleichnamigen Gasthof in Kriewitz’ Heimatort Bennigsen ist da schon weiter. Er stellt eine große Veranstaltung auf die Beine - und wird überrannt. Knapp 200 Sitzplatzreservierungen habe der Veranstalter bereits entgegengenommen und das, obwohl er noch gar nicht mit der Werbung begonnen habe.

Die Vorbereitungen laufen bereits auf Hochtouren, Polizei, DRK, das Ordnungsamt und die Feuerwehr müssen informiert werden. Eine Sicherheitsfirma soll an dem Abend außerdem für Ordnung sorgen.

Kriewitz’ Eltern werden nach Stockholm fahren; ihre restliche Familie wird sich in der Gaststätte den Vorentscheid ansehen. „Es wird ein Abend nur für Jamie-Lee“, sagt Schwägermann. Im Vorprogramm wird die Band „Schwarz und Weiß“ auftreten, außerdem werden zwei ihrer ehemaligen Bandkollegen singen. Auch gute Freundinnen der Bennigserin werden unter den Gästen sein.

„Wir hatten die Idee einfach aus einer Laune heraus, und jetzt nimmt das so große Ausmaße an“, sagt Schwägermann. Überregionale Medien hätten bereits ihren Besuch angekündigt. „Es ist ein riesiger Aufwand“, weiß der Veranstalter. Aber sein Team freue sich auch auf den 14. Mai - mit zwei Beamern auf Großleinwänden und einer großen LED-Leinwand.

Die 17-jährige Jamie-Lee Kriewitz aus Bennigsen in der Region Hannover hat das Finale des Gesangswettbewerbs „The Voice of Germany“ gewonnen. Mit ihrer Single "Ghost" überzeugte sie Jury und Publikum.

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Die Werbung, die Schwägermann noch nicht gestartet hat, ist aber auch noch so eine Sache. Denn: Wie wirbt man für eine Veranstaltung, wenn man die Hauptperson nicht zeigen darf? Der Ortsrat Bennigsen stellte sich diese Frage in dieser Woche. Die Politiker zeigten sich ein wenig enttäuscht.

Denn, so teilte Ortsbürgermeister Volker Gniesmer mit, der Flyer für die große Eurovision-Song-Contest-Public-Viewing-Veranstaltung bei Schwägermann dürfe nicht mit einem Foto von Jamie-Lee Kriewitz verziert werden. Die Rechte, erklärte Gniesmer den Politikern, lägen in diesem Fall bei der PR-Firma, die sich um die Öffentlichkeitsarbeit der 18-Jährigen kümmere. Möchte man ein Foto zur Werbung nutzen, müsse man dafür zahlen.

Werben mit Jamie-Lee - das würde man bei der Stadt auch gerne tun. Im Rathaus hat man sich dennoch bislang weitestgehend auf den Postkontakt mit seiner momentan wohl bekanntesten Einwohnerin beschränkt: Nach dem Glückwunschschreiben zum Sieg beim ESC-Vorentscheid schickte Bürgermeister Christian Springfeld zum 18. Geburtstag ein Geschenkpaket hinterher - Inhalt unter anderem: eine Plüsch-Wildschweinfigur aus der Tourist-Info, die Springe-Maskottchen „Siggi Saupark“ darstellen soll.

Post zurück aus Bennigsen gab es bislang noch nicht: „Aber sie wird auch so viel bekommen, dass das kaum zu schaffen ist“, sagt der Bürgermeister.

Von Saskia Helmbrecht, Ralf T. Mischer und Christian Zett

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