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Am Schiergrund wird investiert

Springe Am Schiergrund wird investiert

An Schiergrund und Wolfstalstraße steht eine der größten Wohnanlagen Springes. Nach ihrem Bau vor mehr als 30 Jahren ist sie in eine tiefe Krise geschlittert, hat Pleiten und Leerstände erlebt - doch inzwischen geht es aufwärts.

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Blick auf die Wohnanlage am Schiergrund, die zu den größten Eigentumskomplexen in Springe gehört. Sie hat schwierige Zeiten durchgemacht; der Ruf ist nicht gut. Doch es geht aufwärts. 

Quelle: Zett

Springe. Gebaut wurden die Häuser und Wohnungen am Schiergrund sowie zwei Hochhäuser an der Wolfstalstraße Mitte bis Ende der 1970er-Jahre vom damaligen Reichsbund - einer Tochter des Sozialverbands Deutschland. „Die Wohnungen sind im Sozialbau-Standard errichtet worden“, sagt Swen Oldeweme von der Firma Haus- und Grundeigentum Service, die den Komplex verwaltet. Sozialbau-Standard, das heißt: In erster Linie sollte günstiger und dringend benötigter Wohnraum entstehen. Heißt aber auch: Die Bauqualität war nicht die beste, „die Ausstattung nicht für die Ewigkeit ausgelegt“, sagt Oldeweme. Um das Jahr 2000 herum stieß der Reichsbund die Gebäude ab. Und die Firma Köllner aus Harsewinkel übernahm.

Das Unternehmen, weiß man heute, verfolgte kaum hehre Ziele: Köllner ist inzwischen insolvent und musste nach höchstrichterlichen Urteilen mehrfach Kaufverträge rückabwickeln, weil sie unter falschen Angaben zustande gekommen waren. Köllner nutzte, so vermutet Oldeweme, den guten Ruf der Region Hannover zur Expo-Zeit und verkaufte die zu 165 Eigentumswohnungen umgewandelten Einheiten in Springe an Menschen, die sie sich eigentlich gar nicht leisten konnten.

Doch die neue Eigentümergesellschaft bekam schnell Probleme: Es war nicht genug Geld da, um die Gebäude gemeinsam zu unterhalte. Nach einigen Jahren standen Wohnungen leer, zahlreiche Eigentümer gingen vor etwa acht Jahren in Privatinsolvenz. Der Zustand der Häuser verschlechterte sich über die Jahre zunehmend.

Doch aus den Insolvenzen habe eine neue Klientel die Wohnungen gekauft - darunter viele Springer: „Die kennen die Stadt und den Markt. Sie haben keine falsche Renditevorstellungen.“ Inzwischen wird wieder investiert. Trotzdem ist noch viel zu tun, weiß der Verwalter, der mit seinem Unternehmen seit knapp zwei Jahren zuständig ist: „Wir haben für die nächsten zehn Jahre einiges abzuarbeiten.“ Aufzüge, Balkone, Leitungen - alles kostet Geld, das die Eigentümer aufbringen müssen.

Ein weiteres Problem: Nur 5 Prozent der Besitzer leben auch in ihren Wohnungen - der Rest vermietet. Dort, wo das Verhältnis höher ist, zeigt Oldewemes Erfahrung, ist es leichter, Investitionen voranzutreiben. Die Bewohner identifizieren sich viel eher mit dem Objekt.

Oldeweme hat Verständnis für jeden, der sich beklagt. Er verweist auf die Herausforderungen, die anstehen, und lädt die Bewohner zum Dialog ein. Jede Woche ist er in seinem Büro, mitten in Springes einstiger Problem-Ecke anzutreffen.

Von Christian Zett

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