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Intensivstation schließt vorzeitig

Springe Intensivstation schließt vorzeitig

Gut anderthalb Monate vor der geplanten Schließung des Krankenhauses in Springe zeigt die Einrichtung erste Auflösungserscheinungen: Ab Sonnabend wird die Intensivstation geschlossen und nach Gehrden verlegt. Das Unternehmen spricht von „personellen Engpässen“.

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Das Klinikum hat ab Sonnabend keine Intensivstation mehr. 

Springe. Zahlreiche Patienten, die in den kommenden Wochen bereits Termine für eine Operation erhalten hatten, wurden von der Entscheidung überrascht: Sie wurden kurzfristig von der Schließung und der Absage ihres Eingriffs informiert. Das Klinikum hielt sich mit Informationen zu der Stationsschließung zurück. Erst auf Anfrage dieser Zeitung bestätigte ein Sprecher den Schritt, der zum 1. August umgesetzt werden soll.

Einen Tag, nachdem heute der Neubau am Klinikum in Gehrden feierlich eröffnet wird. Das 100-Betten-Haus hat rund 125-Millionen Euro gekostet und ist offiziell schon seit dem 6. Juli in Betrieb. Es sorgt auch dafür, dass im älteren Gebäudeteil des Klinikums Platz frei wird für die 54 Betten, die im September von Springe nach Gehrden verlagert werden sollen. Im neuen Trakt befindet sich auch die Intensivstation, die ab morgen schon Patienten aus Springe behandeln soll.

Die Entscheidung zur vorzeitigen Schließung der Intensivstation an der Eldagsener Straße stehe nicht in Zusammenhang mit dem geplanten Komplettumzug der Springer Stationen nach Gehrden und Laatzen (20 Betten), betont Bernhard Koch, Sprecher des Regionsklinikums. „Es handelt sich nicht um ein Vorziehen der im September geplanten Verlagerung des Leistungsangebots von Springe nach Gehrden, sondern um eine kurzfristige Entscheidung zur Sicherung der intensivmedizinischen Behandlung.“ Ein solches Vorziehen wäre auch problematisch - schließlich darf die Verlagerung laut politischem Beschluss offiziell erst beginnen, wenn die 24-Stunden-Notfallambulanz in Betrieb ist.

Koch verweist denn auch auf „aktuelle personelle Engpässe in Springe, die den Betrieb der Intensivstation dort nicht mehr möglich machen“. Trotz der Schließung bleibe die medizinische Versorgung von Patienten in kritischem Zustand und bei Notfällen in Springe „rund um die Uhr gewährleistet“. Patienten könnten in der die Notaufnahme „bis zur bedarfsgerechten Verlegung in eine spezialisierte Fachabteilung überwacht und versorgt werden“.

Patienten hatten außerdem berichtet, der renommierte Fußchirurg Dr. Rainer Staudacher sei ebenfalls nicht mehr in Springe tätig. Koch bestreitet das: Staudacher sei „derzeit krankheitsbedingt nicht im Dienst“. Bereits geplante Operationen würden von Chirurgen im Klinikum Robert Koch in Gehrden vorgenommen.

Von Christian zett

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