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Ist nach zwei Jahren Schluss?

Springe Ist nach zwei Jahren Schluss?

„Ausschlaggebend für das Votum war die Festlegung, dass das Konstrukt nach der Übergangszeit 2017 endet.“ Mit diesen Worten hat Hanno Kummer vom Verband der Ersatzkassen (Vdek) den Beschluss zur Springer Notfallambulanz kommentiert.

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Das Gerangel um die Notfallambulanz im Springer Krankenhaus geht weiter.

Quelle: Andreas Zimmer (Archiv)

Springe. Nur einen Satz lang ist er, der Beschluss des Krankenhaus-Ausschusses zur Springer Notfallambulanz. Dass der Fortbestand der Einrichtung zum Ende der Testphase in zwei Jahren überprüft werden soll, steht dort nicht. Und zumindest die Krankenkassen gehen auch nicht davon aus, dass die Ambulanz eine Zukunft hat. Dass der Verband der Ersatzkassen (Vdek) im Ausschuss trotzdem für das Projekt gestimmt hat, bezeichnet dessen Sprecher Hanno Kummer als „Kompromiss“. Man habe so der Bitte der Region entsprochen, die ohne die Notfallambulanz ihre Medizinstrategie nicht hätte umsetzen können: „Wegen der Vorbedingung der Regionsversammlung zu den verbleibenden Notfallbetten in Springe wäre dieses Konzept im Fall der Ablehnung gefährdet gewesen“, sagt Kummer.

Und er macht auch deutlich: Die Krankenkassen hätten nur zugestimmt, weil bei der Ausschusssitzung klar gewesen sei, dass 2017 in jedem Fall Schluss ist mit der Ambulanz. „Ausschlaggebend für das Votum war die Festlegung, dass das Konstrukt nach der Übergangszeit 2017 endet.“ Schon im Vorfeld hatte die Vdek das Vorhaben massiv kritisiert, auf fachliche und rechtliche Probleme verwiesen. Und die Bedenken bestehen laut Kummer nach wie vor. Anders als viele Beteiligte wollen die Krankenkassen das Modell Springe auch nicht als Pilotprojekt verstanden wissen: „Das Konstrukt taugt ausdrücklich nicht als Vorbild für andere Regionen“, sagt Sprecher Kummer.

Auf diese Wirkung hatte nach der Entscheidung etwa Heinke Traeger gehofft. Die Sprecherin des Sozialministeriums sprach von einem möglichen „Modellcharakter“. Sie räumt jetzt ein, der Beschluss des Ausschusses zum Standort Springe sei nur einen Satz lang - und beinhalte die Prüfung nach zwei Jahren ausdrücklich nicht. Den genauen Wortlaut des Entscheids will Traeger allerdings mit Verweis auf die Nichtöffentlichkeit des Ausschusses nicht zitieren. Man werde aber, betont sie, „die Entwicklung in Springe weiterverfolgen“. Werde die Ambulanz gut angenommen und gebe es zum richtigen Zeitpunkt einen neuen Antrag der Region, sei „eine Verlängerung über zwei Jahre hinaus denkbar“. Entscheiden müsse darüber erneut der Ausschuss.

Traeger macht aber auch klar: „Ohne neuen Antrag oder bei fehlender Inanspruchnahme läuft das Modell zum 31. Dezember 2017 aus.“

Von Christian Zett

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