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Knackpunkt Spielplatz

Springe Knackpunkt Spielplatz

Mehr als ein Jahr nach dem Deisterhütten-Kompromiss zwischen Stadt, Region und Naturfreunden beschäftigen die illegalen Bauten immer noch die Beteiligten. Knackpunkt sind  die Spielplätze für Senioren und Kinder: Die Region hat sie nicht genehmigt - doch die Naturfreunde möchten sie behalten.

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Muss er weg? Darf er bleiben? Der Mehrgenerationenspielplatz an der Deisterhütte ist bislang nicht offiziell genehmigt.

Springe. Man habe mit zahlreichen Aktiven mehr als 600 Arbeitsstunden in den mit der Region vereinbarten Rückbau der ungenehmigten Bauten gesteckt, sagt Vereinschef Wolfgang Klemmt. Die Mitglieder entfernten Teile der Parkplätze, rissen Schuppen weg oder bauten die Tischtennisplatte ab.

Im Sommer gab es dann von der Region eine ganze Reihe offizieller Genehmigungen - etwa für die gepflasterte Feuerstelle, für Parkplätze, die Boulebahn, eine kleine Grillhütte, die Hinweistafel, die Terrassenüberdachung sowie für einen Lagerraum am Gebäude. Was auf der Liste fehlt: die Spielplätze. Dabei seien diese weniger für den Verein wichtig als vielmehr für den Naherholungs-Charakter des Geländes, argumentieren die Naturfreunde. Erst in den Sommerferien habe man so mehrere von einem Unternehmen aus Hannover organisierte Kinderfreizeiten mitten im Wald ermöglichen können. Konkret geht es nicht nur um den Kinderspielplatz neben den Parkflächen, sondern auch um die erst vor kurzer Zeit (und mit Fördergeldern der Region) angelegte Mehrgenerationen-Fläche neben der Hütte, auf der auch ältere Besucher an speziellen Geräten trainieren können.

Dort sahen die Naturschützer der Region jedoch den Baumbestand gefährdet: Durch die Trainingsanlagen werde der Boden zu stark verdichtet. Der Spielplatz sollte also umgestaltet werden. Inzwischen, so heißt es bei den Naturfreunden, sei jedoch klar: Die Bäume müssten so oder so weg - auch, um der städtischen Verkehrssicherungspflicht gerecht zu werden: Äste könnten sonst auf spielende Kinder oder parkende Autos fallen. Vier Bäume sind bereits gefällt, weitere sollen nach und nach folgen. Die Naturfreunde haben gegen den ersten Bescheid der Region Widerspruch eingelegt und hoffen jetzt, dass die Spielplätze auf einem neuen Dokument doch noch auftauchen.

An sich lobt Klemmt die bisherige Zusammenarbeit mit der Region. Und auch dort heißt es, man sei „grundsätzlich zufrieden mit dem Fortgang der vereinbarten Rückbauten“. Die Naturfreunde müssten dafür sorgen, „den Waldcharakter der Fläche zu erhalten“, und jegliche Nutzungen in Einklang mit den Regeln eines Landschaftsschutzgebietes bringen. Denn die Deisterhütte liegt in einem Landschaftsschutzgebiet mit entsprechend strengen Regeln.

Doch anstatt auf einen Abriss zu pochen, einigten sich die Beteiligten zunächst auf eine andere Variante: Die Stadt sollte einen neuen Bebauungsplan ausarbeiten - und die Regionspolitik die 20 000 Quadratmeter große Waldfläche rund um die Hütte aus dem Landschaftsschutzgebiet herauslösen. Doch das aufwendige Prozedere scheiterte an den Kröten: Ein im möglichen neuen Bebauungsplan vorgeschriebener Amphibientunnel hätte hunderttausende Euro gekostet. Stattdessen schaltete sich irgendwann sogar Regionspräsident Hauke Jagau in die Diskussion ein. Und vermittelte einen Kompromiss: Einen Teil der illegalen Bauten müssen die Naturfreunde abreißen. Dafür werden andere Einrichtungen erhalten und genehmigt. Dazu musste der Verein Ausgleichsflächen kaufen.

Von Christian Zett

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