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SPD: Kita-Plätze zentral vergeben

Springe SPD: Kita-Plätze zentral vergeben

Der Abbau von Hortplätzen, die Trägerschaft der Roten Schule oder die Reform der Kita-Gebühren: Anlass für Streit zwischen Eltern und Politik gab es zuletzt mehr als genug. Die SPD will den Vätern und Müttern jetzt den Alltag erleichtern: Sie plant eine zentrale städtische Vergabestelle für alle Betreuungsplätze.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Springe. Aus Sicht von Parteivize Bastian Reinhardt, der auch den Jugendhilfe-Ausschuss leitet, würden die Änderungen Vorteile für beide Seiten bringen: „Im Moment haben wir Unsicherheit für Eltern und für Träger.“ Denn viele Eltern melden ihren Nachwuchs vorsichtshalber gleich in mehreren Kitas an - auch in der Hoffnung, zumindest einen Platz zu bekommen. Die Träger, so Reinhardt, dürften ihre Daten jedoch nicht austauschen und könnten sich so kaum abstimmen: „Damit werden aber viele Plätze unnötig blockiert.“ So seien zuletzt 98 Krippenplätze mehr nachgefragt worden als es gibt - nach Bereinigung der Doppelanmeldungen sei nur noch ein Mehrbedarf von 60 übriggeblieben.

Die Stadt könne als neutrale Stelle den Datenschutz gewährleisten und Angebot und Nachfrage gezielter zusammenführen: „Die Eltern melden nur einmal ihren Bedarf und müssten sich dann um nichts mehr kümmern.“ Auch einheitliche Prioritätenkataloge könne die Verwaltung abarbeiten - nach Punkten wie Geschwisterkindern, aber auch nach Mobilität: Wer kein Auto zur Verfügung habe, müsse eben in eine Einrichtung in der Nähe kommen.

Denkbar sei auch ein gezielteres Platz-Sharing: „Wenn eine Familie von montags bis mittwochs den Platz braucht, zahlt sie momentan manchmal trotzdem die ganze Woche. Wenn man da geschickter Bedürfnisse zusammenlegt, kann man vielleicht sogar Plätze sparen“, wirbt Reinhardt.

Angesiedelt werden könne die Vergabestelle etwa im Familienbüro oder in einem neuen Bürgerbüro, dessen Einrichtung die Stadt schon länger plant. Zusätzlichen Personalbedarf sieht Reinhardt nicht: So wie die Jugendpflege einmal pro Jahr das Ferienprogramm organisiere, müssten sich die Mitarbeiter einmal im Jahr verstärkt um das Vergabeverfahren kümmern und seien sonst für andere Aufgaben frei. Der 28-jährige SPD-Vize will im Januar für seine Partei bei der Bürgermeisterwahl antreten, müsste sich dafür aber Anfang Oktober gegen bislang zwei interne Mitbewerber durchsetzen. Das Thema Kinderbetreuung, sagt Reinhardt, solle sowohl im Bürgermeisterrennen als auch mit Blick auf die Kommunalwahl im kommenden Jahr eine Rolle spielen.

Der stellvertretende Parteivorsitzende stand als Jugendhilfeausschuss-Vorsitzender oftmals im Zentrum des Sturms, wenn Eltern, Politik und Stadt in den vergangenen Jahren aufeinandergeprallt sind. „Das ist nicht immer einfach“, sagt Reinhardt heute: „Aber wir müssen den Leuten erklären, warum wir für die Stadt Veränderungen herbeiführen wollen.“

Von Christian Zett

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