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Lilo Wanders klärt ihre Gäste auf

Springe Lilo Wanders klärt ihre Gäste auf

Ebenso bunt und unterschiedlich wie die Künstler auf der Bühne war das Publikum, das sich am Sonnabend bei der ersten Open-Air-Travestieshow auf der Wiese hinter dem Jagdschloss amüsierte. Gut 800 Besucher wurden von den Herren beziehungsweise Damen ironisch bis charmant und bissig bis köstlich unterhalten.

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Sie war der Star des Abends: Ikenna begeisterte mit ihrer Darbietung als Whitney Houston.

Quelle: Reinhold Krause

Alvesrode. Schnell betrat der Star des Abends, die Grande Dame der Wa(h)ren Liebe Lilo Wanders, die Bühne. Sie ist im deutschsprachigen Raum nach 445 Fernsehsendungen mit mehr als 750 Millionen Zuschauern eine der Bekanntesten Künstlerinnen dieses Genres. In Stöckelschuhen und langem, geschlitzten Abendkleid verteilte sie satirische Bonmots - dabei bekamen viele augenzwinkernd ihr Fett weg.

Aufklärung á la Lilo, darauf hatten die meisten gewartet und wurden nicht enttäuscht. Teilweise herb und deftig unterhielt man sich von Frau zu Frau, geizte nicht mit Reizen und ließ das Publikum nur erahnen, was man hat oder auch nicht. Denn Lilo, die Plaudertasche, erzählte minutenlang kurzweilige Geschichten aus dem intimen Nähkästchen. Das war es, was die Leute hören wollten.

Doch die Wanders war nicht alleine angereist, sondern hatte noch viele andere Stars der Travestieszene dabei. Leslie London aus Hannover zum Beispiel, die eine gekonnt übertriebene Persiflage auf die extreme Oberweite von Dolly Parton hinlegte. Oder die Dresdnerin Miss Chantal, die sich mit einer charmanten Frechheit und Freizügigkeit in Szene setzte. Cora Die aus Erfurt glänzte wohltuend mit einem Medley von Gloria Gaynor, ehe sich Kevin Delcroix mit Gesang vom Mann zur Frau und anschließend wieder zum Mann verwandelte und damit das Ende des ersten Showteils einläutete.

Leslie London war es, die den zweiten Showact als „allerhässlichste bajuwarische Emanze“ eröffnete, um kurz darauf die Noblesse einer Mireille Mathieu spaßig umständlich und mit der Technik eines Mikrofonständers hadernd per Vollplayback trällernd unters Volk brachte.

Dann der große Auftritt von Ikenna aus Berlin, die Whitney Houstons Zwillingsschwester sein könnte, so überzeugend kam dieser absolute Travestiestar daher. Und dann die Stimme. Wer seine Augen schloss und der Musik lauschte, dürfte kaum einen Unterschied zwischen dieser Stimme und dem Original gehört haben. Alle Höhen und Tiefen hatte die Künstlerin perfekt einstudiert und sang zum Erstaunen des Publikums alles live. Der fast 30-minütige Auftritt im zweiten Teil des Abends wurde zu einem wahren Highlight der Veranstaltung und mit Riesenbeifall quittiert. Travestiekollege Kevin hatte Melodien der Gruppe Queen im Gepäck und tanzte als Freddy Mercury durch die Reihen der Gäste.

Im Anschluss an die Travestie-Show übernahmen die Alvesroder Deistermusikanten das Zepter. Sie hatten sich auf dem hinteren Freigelände der Jagdschlosswiese in Position gebracht und unterhielten im Fackelschein und vor illuminierten Bäumen die gut 300 verbliebenen Zuhörer mit Märschen und Serenaden.

Von Reinhold Krause

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