Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 9 ° Regenschauer

Navigation:
VHS-Sprachkurse für Flüchtlinge sind voll

Springe VHS-Sprachkurse für Flüchtlinge sind voll

Die Kapazitätsgrenzen sind erreicht: Alle Plätze der Sprachkurse, die von der Stadt finanziert und von der Volkshochschule Calenberger Land für junge Flüchtlinge angeboten werden, sind belegt. Die meisten Flüchtlinge wollen möglichst schnell Deutsch lernen. 

Voriger Artikel
Bilder-Streit beschäftigt den KVV
Nächster Artikel
Stadt will Car-Sharing-Service

Anja Horak gibt eigentlich keinen Unterricht, kümmert sich aber um die Organisation der Sprachkurse für die jungen Flüchtlinge.

Quelle: Mischer

Springe. Manche sprechen schon recht gut Deutsch, andere kein Wort: Durch den Sprachkurs für 24 Kinder machen sie aber rasch Fortschritte. Das hebe die Lebensqualität der Kinder und erhöhe die Integrationschancen der Familien, bilanzieren die Pädagogen.

„Es ist nicht ganz leicht“, räumt Sozialarbeiterin Ursula Trommer-Kassir ein. Denn an den Tischen sitzen Kinder mit ganz unterschiedlichen Deutschkenntnissen: Manche können nur „hallo“ und „tschüss“ sagen, andere sprechen schon leidlich gut.

Ein weiteres Problem ist, dass alle Kinder unterschiedliche Muttersprachen haben: Montenegrinisch, Bosnisch, Syrisch. Das macht die Verständigung mit den beiden Dozentinnen nicht unbedingt leichter. „Schüler, die schon besser Deutsch können, helfen oft bei der Übersetzung“, berichtet VHS-Mitarbeiterin Anja Horak.

Trotz aller Hürden und Probleme: Die Schüler lernen bei den Kursen eine Menge, weiß Trommer-Kassir: „In vielen Familien wird aufgrund der Kurse Deutsch geübt.“ Auch die Schulen seien begeistert von dem Unterricht an der VHS; „Viele geben uns Rückmeldung - und sind begeistert, wie viel diese vier Wochen gebracht haben.“

Finanziert werden die beiden Kurse für Kinder mit Mitteln der Stadt. Die hat 10.000 Euro im Haushalt für Sprachkurse eingestellt. Finanziert werden damit auch Angebote speziell für Frauen und Erwachsene. Und die Nachfrage bei den Neuankömmlingen ist riesig.

„Die meisten kommen an - und ihnen ist sofort klar, dass sie Deutsch lernen wollen und müssen“, sagt Trommer-Kassir. Nur bei wenigen muss die Sozialarbeiterin persönlich dezent darauf hinweisen, dass die Deutsch-Kurse angeboten werden. Viele fragen von sich aus danach.

Allein für den Kinder-Kurs standen am ersten Tag 30 junge Flüchtlinge im Schulungsraum. Einige mussten die VHS-Mitarbeiter auf weitere Angebote vertrösten. „Die Kapazitäts-Grenze war leider erreicht“, sagt Horak. Und die VHS musste darauf bestehen, dass bestimmte Bedingungen eingehalten werden. „Wenn wir Teilnehmer nach Hause schicken müssen, sind sie richtig enttäuscht“, sagt Horak.

Der Unterricht für die Kinder ist keine strenge Frontalveranstaltung - sondern eher ein Dialog. Die Dozentinnen versuchen, mit den jungen Leuten ins Gespräch zu kommen. Zuweilen wird der Unterrichtsraum auch verlassen und die beiden Gruppen setzen sich an die frische Luft.

Von Ralf T. Mischer

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
Springe – Stadt am Deister

An der Deisterpforte liegt das 30.000-Einwohnerstädtchen Springe. Fachwerk, Jagd und Tiere: Kommen Sie mit auf eine fotografische Reise durch die Deisterstadt.