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Eine Stadt ohne City?

Springe Eine Stadt ohne City?

Das gehört zum guten Ton: Jeder Ortsteil hat seinen eigenen Weihnachtsmarkt, seine eigenen Schützen- und Dorffeste, seine eigene Einkaufsstraße.

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Schön shoppen: In der Innenstadt sind besonders viele Einzelhandelsgeschäfte zu finden. Auch der Wochenmarkt zieht Besucher an. Mischer

Springe. Und zum Shopping kommen alle Orte höchstens an der Osttangente zusammen. Gibt es eigentlich so etwas wie eine eigene gemeinsame Innenstadt für alle Springer?

Im Duden steht unter dem Begriff Innenstadt: „innerer Teil des Stadtgebietes größerer Städte, durch den meist die Hauptgeschäftsstraßen führen“ - Klar, aus Springer Sicht gibt’s das am Obern- und Niederntor. Für die Eldagser dürfte aber eher der Marktplatz als City gelten. Eine Stadt, viele Citys?

Die Steigerung der Attraktivität der Innenstadt jedenfalls hat sich Springes neuer Ortsbürgermeister Karl-Heinz Friedrich auf die Fahnen geschrieben. Etwa mit der Etablierung eines Stadtfests für alle Kernstadtbewohner - und die Menschen aus den Ortsteilen. „Schließlich ist ja etwa das Honigkuchen-Senf-Fest auch nicht nur für Eldagser.“

Friedrich glaubt, dass die Innenstadt Besuchern eine Menge zu bieten hat, nicht zuletzt die Fachwerkhäuser und das historische Ortsbild. Verbesserungspotenzial sieht er aber durchaus, etwa in Sachen Sauberkeit. Anlässe wie der Bauernmarkt, der Jazz-Frühschoppen oder ein Stadtfest könnten Gelegenheiten sein, die Qualitäten Springes auch Gästen zu präsentieren. Dabei betont Friedrich aber, dass die Kernstadt den übrigen Ortsteilen auf keinen Fall den Rang ablaufen solle. „Ich gönne den Eldagsern ihre Veranstaltungen“, beteuert Friedrich.

Wilko Struckmann, Chef des Werbe- und Informationsrings, meint, dass Springe natürlich eine City habe - zwischen dem Obern- und Niederntor. „Da gibt es die größte Einkaufsvielfalt im gesamten Stadtgebiet“, sagt er. Und das sei auch gut so: „Städte unserer Größenordnung brauchen einfach ein solches Zentrum, da geht kein Weg dran vorbei, wenn man attraktiv auch für Besucher von außerhalb sein möchte.“ Immerhin biete eine echte City Abwechslung und Spaß während des Einkaufs. Dass das Kernstadt-Zentrum dabei mit den Einkaufsstraßen der Ortsteile in Konkurrenz geraten könnte, glaubt er nicht. „Wir brauchen uns alle gegenseitig, die Ortsteile sollen auch attraktiv bleiben.“ Einen Widerspruch zum City-Vorteil für die Kernstadt sieht er darin gerade nicht: „Das eine schließt das andere nicht aus.“ Aber wenn man nicht ein Zentrum für den Einkauf definiere, „kommen viele Leute gar nicht“.

Und der Bürgermeister? Für Christian Springfeld ist die City in der Kernstadt - natürlich - eine City für alle Springer. „Wir haben ja schließlich nur eine Altstadt mit Fußgängerzone“, argumentiert er. Springfeld drückt die Hoffnung aus, dass es gelingt, die Innenstadt zwischen Obern- und Niederntor noch attraktiver zu machen.

Die Nahversorgungsfunktion in den Ortsteilen soll dabei auf jeden Fall erhalten bleiben. Und auch die Feiern: „Jeder Ort hat seine Feste und Traditionen - und das macht sie ja so liebenswert.“

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