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Stadt will Schulbücher nicht bezahlen

Springe Stadt will Schulbücher nicht bezahlen

Der SPD-Vorstoß, allen Springer Schülern die Bücher für den Unterricht zu bezahlen, stößt im Rathaus auf wenig Gegenliebe. Dem Schulausschuss, der sich heute um 18 Uhr in der OHG-Mensa trifft, empfiehlt die Stadt, einen entsprechenden Antrag abzulehnen.

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Die Stadt Springe will den SPD-Antrag, Schulbücher zu bezahlen, nicht umgesetzt sehen.

Quelle: Achim Scheidemann (Symbolbild)

Springe. Die SPD-Fraktion wollte die Kosten für ein solches Vorhaben ausrechnen lassen: sowohl für die Anschaffung der Bücher oder die Erstattung der Leihgebühr als auch für den Aufwand, den die Umstellung bei der Verwaltung auslösen würde.

Dass Springe kein Geld für so einen Schritt habe, wollte die SPD schon im März nicht gelten lassen: Die Frage sei vielmehr, wie man die vorhandenen Mittel richtig einsetze, argumentierte Ratsherr René Bennecke gegenüber dieser Zeitung. Ziel des Antrags sei es, die Chancengleichheit zu erhöhen, und mehr Kinder an Springer Schulen zu locken. Denn wer Einrichtungen außerhalb nutzt, soll die Hälfte der Buchkosten selbst zahlen.

Auf Benneckes Einwand hat die Stadt in ihrer Antwort jedenfalls nicht gehört: Sie argumentiert in dem Papier mit ihrer schlechten finanziellen Situation und „würde für eine freiwillige Aufgabe erhebliche Sach- und Personalkosten zu tragen haben“. Denn dass zusätzliche Mitarbeiter nötig wären, daran lässt die Stadt keinen Zweifel. Für Bestellung, Verteilung und Abrechnung der Bücher könne man „wegen der bereits hohen Auslastung“ nicht auf vorhandenes Personal zurückgreifen.

Grob gerechnet fürchtet man im Rathaus, auf rund 112.000 Euro pro Jahr für die Bücher zu kommen. Dazu kämen noch mal rund 40.000 bis 50.000 Euro für die zusätzlichen Mitarbeiter. Zudem würde man eine Aufgabe übernehmen, die laut Schulrecht dem Land auferlegt ist. Es gebe im Rathaus auch deshalb „rechtliche Bedenken“.

Und nicht zuletzt wähle kaum ein Elternteil eine Schule, weil dort die Kosten für Unterrichtsmaterialien niedriger sind: „Wichtiger sind hier Ausstattung, Schulform und Erreichbarkeit.“ Wer bereits in einer finanziell schwierigen Lage sei, der müsse ohnehin die momentan fällige Leihgebühr von bis zu 70 Euro im Jahr gar nicht zahlen.

Von Christian Zett

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