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Stromschlag auf Festplatz? Polizei zweifelt

Springe Stromschlag auf Festplatz? Polizei zweifelt

Ein 20-jähriger Springer hat einen Standbetreiber bei der Polizei angezeigt, weil er sich an dessen Fahrgeschäft einen massiven Stromschlag geholt haben will. Die Beamten ermitteln - und melden inzwischen erste Zweifel an der Darstellung des Mannes an.

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Die Springer Polizei ermittelt wegen eines angeblichen Stromschlags, den ein Mann auf einem Volksfest erlitten haben will.

Quelle: Symbolbild

Springe. Für einen 20-jährigen Springer hatte das Volks- und Feuerwehrfest üble Nachwirkungen - zumindest, wenn man seinen Schilderungen glaubt. Der 20-Jährige sei am Dienstag auf der Polizeiwache am Burghof erschienen und habe Anzeige erstattet, bestätigte Kripochef Hartmut Retzlaff. Der Mann berichtete demnach, am Sonntag den Festplatz an der Harmsmühlenstraße besucht zu haben. Abends habe er zusammen mit einem Bekannten hinter dem Stand verschwinden wollen, um dort zu urinieren. Ein Mitarbeiter habe die Männer jedoch angesprochen und von ihrem Vorhaben abgehalten.

Als sie stattdessen in Richtung Toilettenwagen gehen wollten, fasste der 20-Jährige angeblich an die metallene Rückseite des Wagens, um sich abzustützen. Dabei habe er einen massiven Stromschlag verpasst bekommen - so stark, dass er die Hand nicht mehr habe losreißen können. Sein Begleiter habe versucht, ihn zu befreien und habe dabei selbst einen Stromschlag bekommen. Danach seien beide zu Boden gestürzt. Der 20-Jährige sagte aus, er habe sich infolge des Vorfalls unwohl gefühlt, sei nach Hause gegangen und habe sich ins Bett gelegt.

Nachts sei er jedoch mit einem Taubheitsgefühl in Armen und Beinen sowie mit starken Zitteranfällen aufgewacht. Der Arzt, den der Springer nach eigener Darstellung am nächsten Morgen aufsuchte, schickte ihn ins Krankenhaus. Retzlaff berichtet von Verletzungen an den Händen des Mannes - ob diese allerdings von dem geschilderten Zwischenfall stammen, ist alles andere als klar.

Die Polizei konnte noch am Mittwoch den Standbetreiber auf einem anderen Rummel ausfindig machen. Dort wie vor jedem Festplatzeinsatz sei die Technik von einem Fachmann überprüft worden, so Retzlaff. Der Elektromeister habe ausgesagt, bei der Kontrolle gestern keine Probleme festgestellt zu haben. Außerdem verfüge das Gefährt über einen sogenannten FI-Schalter, wie es ihn unter anderem in vielen Wohnhäusern gibt: Die Vorrichtung schaltet den Stromkreislauf in Sekundenbruchteilen ab, wenn sie eine Fehlleitung registriert - etwa, wenn jemand in eine Steckdose oder an eine stromführende Oberfläche fasst.

Die Beamten zweifeln deshalb an den Aussagen des 20-Jährigen. Und wollen nun Zeugen des vermeintlichen Vorfalls befragen.

von Christian Zett

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