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Tafel-Kunden müssen mehr zahlen

Springe Tafel-Kunden müssen mehr zahlen

Während sich viele Einrichtungen über steigende Besucherzahlen freuen, regen steigende Kundenzahlen bei der Springer Tafel eher zum Nachdenken an. Und zum Umdenken.

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Die Springer Tafel erhöht erstmals das Kunden-Entgelt. Archiv

Springe. Die Einrichtung erhöht zum 1. November die Entgelte, die die Kunden für die Lebensmittel zahlen müssen - zum ersten Mal in der zehnjährigen Geschichte der Einrichtung.

Wird bisher für die erste Person 1 Euro fällig, werden es ab November 2 Euro, die der Kunde bei der Essensausgabe bezahlen muss. Weitere Personen zahlen dann 1 Euro statt wie bisher 50 Cent für eine gefüllte Lebensmittel-Kiste. „Das Entgelt ist aber auf 4 Euro gedeckelt, mehr muss niemand zahlen“, betont Tafel-Chef Uwe Lampe.

Für die 2 Euro sollen die Kunden aber auch etwas mehr Ware und vor allem weiterhin hohe Qualität bekommen, sagt Lampe. Generell sei der Trägerverein aber bestens mit Lebensmitteln versorgt. „Wir fahren bis nach Bremen, Wunstorf oder Nienburg und holen verstärkt auch Waren der Tafeln aus dem weiten Umfeld ab“, erklärt Lampe. 7000 Kilometer im Jahr würden die Mitarbeiter so zusätzlich fahren - auch dadurch entstehen Kosten.

„Wir können diese Einrichtung nicht nur über Spenden führen, das klappt nicht“, betont der Mitgründer. Beim Landes-Tafeltreffen habe er sich darüber informiert, welche Entgelte andere Einrichtungen nehmen. „Es gibt kaum noch Tafeln, die für ihre Waren 1 Euro nehmen“, sagt er. Lampe ist sich sicher, dass die Kunden die Erhöhung verstehen werden. „Wir wollen die Entscheidung jetzt an alle kommunizieren.“

Wer die Tafel nutzt, muss sich seit gestern auf eine weitere Änderung einstellen: Ab sofort wird per Losverfahren entschieden, welche Kunden zuerst Lebensmittel bekommen. Zu Beginn der Ausgabe, um 15 Uhr, komme es immer wieder zu Gedrängel, so Lampe. Mehr als 150 Springer werden pro Ausgabetag an der Jägerallee mit Waren versorgt. „Viele verstehen nicht, dass wir immer noch etwas haben - egal, wann sie kommen“, so Lampe. Niemand gehe mit leeren Händen wieder nach Hause - auch nicht kurz vor Ausgabeende.

Mit dem Losverfahren soll den Kunden das Gefühl genommen werden, sie müssten als Erste da sein. Das Ziel: den Andrang, den Stress und den Druck verringern. „Manche kommen schon um 12 Uhr. Dabei gibt es keinen Grund, eher zu kommen, und so entsteht dann Gedrängel.“ Für viele ältere Kunden sei das besonders stressig. „Gerade für Rentner ist es entspannter, wenn sie ab 16 oder 16.30 Uhr kommen. Wir probieren alles aus, damit es nicht mehr zu diesem Ansturm kommt.“

Die Änderung im Mai, Kunden jeweils nur noch an einem der beiden Tage in der Woche zu bedienen, habe sich bewährt. „Das hat bereits zu einer Entspannung beigetragen.“ Gleichzeitig möchte die Tafel so wieder vermehrt auf ihre alten Stammkunden zugehen.

Durch die Aufnahme der Flüchtlinge hatte sich die Zahl der Tafel-Nutzer in Niedersachsen und Bremen deutlich erhöht. In Springe ist die Lage entspannt. Die Kooperation mit dem Flüchtlingsheim im ehemaligen Seniorenheim Roddau laufe gut, sagt Lampe: „Die Flüchtlinge werden von Dolmetschern zu uns begleitet. So muss das sein, und dann klappt das.“

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