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Tuningszene hat eine neue Heimat

Springe Tuningszene hat eine neue Heimat

Am Sonnabend haben sich Hunderte Tuningfans aller Altersklassen zum "Meet&Greet" an der Osttangente in Springe getroffen. Mit dabei waren 250 Oldtimer, die sämtliche Parkplätze blockierten.

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Eine große Trabiparade: Tuningsfans zeigen in Springe über 250 Fahrzeuge.

Quelle: KRAUSE

Springe. Wer am Sonnabend um 20 Uhr noch an der Osttagente einkaufen wollte, hatte ein großes Parkplatzproblem: Über 250 Fahrzeuge hatten bereits zur Veranstaltung „Meet & Greet“ sämtliche Parkplätze in Beschlag genommen und mit ihnen Hunderte von Tuningfans aller Altersklassen.

Kevin Kemmena, ehrenamtlicher Helfer im Springer Jugendzentrum hatte auf Facebook kräftig die Werbetrommel gerührt und zeichnete für die Veranstaltung verantwortlich. Mit ihm hatte sich ein Tross von freiwilligen Helfern auf dem Gelände eingefunden, um das Geschehen in geordnete Bahnen zu lenken. Vor vier Jahren hatte er das erste Mal zu dieser zwanglosen Tuningschau aufgerufen, nachdem die Tuningfreaks in Hannover an diversen Plätzen, vorrangig an der Vahrenwalderstraße, nicht mehr gern gesehen waren. Damals kamen gerade einmal 15 Autos, so Kemmena. Das daraus so ein großes Event würde, wagte er zu dieser Zeit nicht zu träumen.

Von Jahr zu Jahr steigerte sich die Anzahl. 2015 waren es schon 50 Fahrzeuge, ein Jahr später das Dreifache. Und am vergangenen Sonnabendabend platze das Gelände aus allen Nähten. Zwischen E-Center, Hagebaumarkt, Aldi und Expert hatten sich über 250 Fahrzeuge aller Fabrikate und Couleur breitgemacht. Felgen, Hochglanz verchromt oder in matten Schwarz, waren fast das Mindeste, was des Deutschen liebstes Spielzeug vorzuweisen hatte. Auffällige Lackierungen sorgten für Aufmerksamkeit und Diskussion unter den jugendlichen Autofahrern.

Hin und wieder ein Oldtimer, wie ein 230 PS starker Plymouth, Baujahr 1967, dessen Besitzer aus dem Kreis Schaumburg sogar die Sitze im US-Stile aufgemotzt hatte. Dass die Fahrzeuge nicht nur aus dem Dreieck Hannover-Hameln-Hildesheim kommen, zeigte ein Gang durch die Reihen. Der Bekanntheitsradius von über 100 Kilometer wurde hier weit überschritten. Autos aus Helmstedt und Wolfsburg standen neben Herfordern und Diepholzern.

Selbst ein Tuningfan aus Monschau in der Eifel hatte sich mit seinem Fahrzeug an den Deister begeben. Dass die moderne Unterhaltungselektronik nicht mehr wegzudenken ist, zeigte das Interieur vieler Fahrzeuginnenräume. Das Radio ist passé, heute ist dafür ein Car-PC eingebaut. Und die Wattstärke der Musikanlagen stellt manche Heimstereoanlage in den Schatten. „3500 Watt hat meine Anlage, 1800 Watt im Kofferraum - für Tüten im Kofferraum ist absolut kein Platz mehr - je 200 Watt in den Türen, der Rest verteilt auf Armaturenbrett und Innenraum in einem Opel Corsa“, erzählte der Besitzer freudig.

Die Polizei war mit einem Infomobil vor Ort und Kontaktbeamter Jens Günther stand mit Ratschlägen zur Seite. Großes Lob zollte er dem Ausrichter Kemmena und seinem Team. Sie hätten im Vorfeld und auch an diesem Abend alles richtig gemacht und hohes Augenmaß in der Organisation bewiesen. Ein Unfallfahrzeug auf einem Hänger sorgte auch für leichte Betroffenheit bei den Betrachtern. Damit sollten sie abschreckenderweise an das leichtsinnige Handeln im Straßenverkehr erinnert werden.

Von Reinhold Krause

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