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Überstunden werden meist penibel erfasst

Springe Überstunden werden meist penibel erfasst

2015 haben sich 1,8 Milliarden Überstunden in Deutschland angesammelt - mehr als die Hälfte davon ist unbezahlt. Das hat eine Erhebung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung ergeben. Unternehmen in Springe lassen anfallende Überstunden gerne am Stück abbummeln - was auch den Mitarbeiter entgegenkommt.

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Springe. Auf Gleitzeitkonten setzt die Firma Paulmann. Per elektronischer Zeiterfassung werden Arbeitsbeginn und Feierabend festgehalten. Während sich Überstunden in der Verwaltung in Grenzen halten, fallen im Bereich der Logistik je nach Saison Überstunden an. „Wir machen im Winter deutlich mehr Umsatz“, sagt Sprecherin Viola Peine. Da sei mehr zu tun - und der Einsatz der Mitarbeiter verstärkt gefragt. „Durch die Gleitzeitkonten können diese Stunden im Laufe des Jahres aber ausgeglichen werden.“ Weil sie dies wissen, seien Mitarbeiter auch eher bereit, Mehrarbeit zu leisten, hat Peine festgestellt.

Beim Pharma-Unternehmen Octapharma, das in Springe 370 Mitarbeiter beschäftigt, setze man nicht generell Überstunden voraus, berichtet ein Mitarbeiter. Bei Störfällen sei es üblich, die Arbeitszeit zu verlängern. Könne ein Vorgang wegen einer beschädigten Maschine nicht abgeschlossen werden, müsse der Mitarbeiter eben länger bleiben. Arbeiten die Angestellten über die vertraglich festgelegten 38,5 Stunden hinaus, dann werde ein Mehrarbeitszuschlag gezahlt. „Ich habe schon in anderen Unternehmen gearbeitet. Da war es Voraussetzung, dass Überstunden geleistet werden“, sagt der Mitarbeiter. Bei Octapharma sei die Arbeitseinteilung besser geregelt. Deshalb erledigten die Angestellten etwaige Überstunden auch „ohne zu murren“.

Ein digitales Zeiterfassungssystem gibt es auch beim DRK Blutspendedienst. „Für die Teams, die im Außendienst tätig sind, gehören Überstunden dazu“, sagt Sprecher Markus Baulke. Die könnten etwa wegen eines Staus auf dem Rückweg zustande kommen. Bei der Einsatzplanung werde aber darauf geachtet, dass keine Überstunden entstehen. Falls es doch vorkommt, bauen Mitarbeiter sie mit Freizeit ab. „Man kann die Stunden auch sammeln und einen kompletten Tag freinehmen“, erläutert Baulke.

Die Dachdeckerfirma Sirucek in Springe ist mit drei Mitarbeitern ein kleiner Familienbetrieb. Stempelkarten gibt es hier nicht. „Ich gucke, wann die Mitarbeiter kommen und Feierabend machen“, sagt Inhaberin Gudrun Sirucek.

Nur ganz selten werden demnach Überstunden geleistet. Im Sommer, wenn die Arbeitsbedingungen günstig sind, käme das schon mal vor. Gerade im Winter kündigen viele Betrieb aus ihrer Branche ihren Mitarbeitern - Sirucek jedoch nicht. So verrechnen sich Überstunden aus dem Sommer auch ganz automatisch, sagt die Inhaberin.

Von Jennifer Minke-Beil

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