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Übung macht Schwachstellen sichtbar

Bad Münder Übung macht Schwachstellen sichtbar

Die Feuerwehr Bad Münder probte einen Ernstfall Rohmelbad: Ein simulierter Chlorgasunfall im Freibad beschäftigte die Einsatzkräfte und zeigte auf, wo das Sicherheitskonzept ausbaufähig ist.

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Springe. Ein simulierter Chlorgasunfall im Freibad beschäftigte am Donnerstagabend die Einsatzkräfte der Feuerwehr Bad Münder. In enger Abstimmung mit Fachbereichsleiter Uwe Hünefeld, der bei der Verwaltung für das Bad zuständig ist, und Schwimmmeister Peter Lochmann testete die Feuerwehr, was am Sicherheitskonzept des Bades noch verbessert werden kann.

Die Überlegungen der Feuerwehr, einen Chemieunfall zum zentralen Thema eines Ausbildungsabends zu machen, kamen Hünefeld wie gerufen. Der überarbeitet gerade das bestehende Sicherheitskonzept und erhoffte sich von den Erfahrungen der Einsatzkräfte neue Erkenntnisse zu Verbesserungsmöglichkeiten und Schwachstellen. Eine wurde gleich bei der Meldung des angenommenen Chlorgasunfalls im Bad offenbar: Die Feuerwehr muss bei der Anfahrt die aktuelle Windrichtung kennen, um sich von der sicheren Seite dem Bad nähern zu können und eventuelle Evakuierungen in die Wege zu leiten. Einen Windrichtungsanzeiger oder eine Windfahne gibt es bislang im Rohmelbad jedoch nicht.

Plan der Einsatzkräfte in dem von Wolfgang Erdmann entwickelten Übungsszenario war es, Wasser in der Nähe der Chloranlage fein zu zerstäuben und so die Verbreitung des giftigen Gases zu verhindern. Am Einsatzabend wurde dazu Wasser aus den Tanklöschfahrzeugen genutzt - weil der am nächsten gelegene Hydrant von einem Kran blockiert wurde. „Im Ernstfall hätten wir Wasser aus dem Schwimmbecken oder von einem weiter entfernten Hydranten genommen, aber jede Minute Verzögerung in dieser frühen Phase ist entscheidend“, sagt Erdmann.

Ohnehin ist Zeit das Problem der Einsatzkräfte bei dem angenommenen Unfall: Bis die Atemschutzträger den speziellen Chemikalienschutzanzug angelegt haben, vergehen rund 20 Minuten. Zwei Helfer werden für jeden Schutzanzugträger benötigt, zwei Teams mit je zwei Atemschutzträgern müssen mindestens zur Verfügung stehen, um in den Einsatz gehen zu können.

Sie bargen eine Puppe aus dem mit Disconebel verqualmten Technikgebäude des Rohmelbades, übten das Verschließen eines defekten Chlorbehältnisses und lernten dabei Besonderheiten des Gebäudes kennen.

Von Jens Rathmann

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