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Matz rezitiert zeitlose Lyrik gekonnt

Springe Matz rezitiert zeitlose Lyrik gekonnt

Lyrik-Interpret Ulrich Matz blickte auf volle Stuhlreihen im Vortragssaal des Museums auf dem Burghof in Springe. Er trug Kostproben aus der vergangenen Jahrhunderte vor.

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Musikalisches Duo: Cellist Jann Rey und Ulrich Matz.

Quelle: Lüdersen

Springe. Wenn es vor dem Vortrag heißt, „mehr Stühle bitte“, ist das schon ein großes Kompliment für den Vortragenden. Der heimische Lyrik-Interpret Ulrich Matz blickte auf volle Stuhlreihen im Vortragssaal des Museums auf dem Burghof als er ansetzte, um sorgfältig ausgewählte literarische Kostproben der vergangenen Jahrhunderte vorzutragen.

Angefangen mit der „Geschichte von dem Hute“ von Christian Fürchtegott Gellert aus dem Jahr 1746, folgten Zitate von Kurt Schwitters, Kurt Tucholsky, Eugen Roth, Bert Brecht, Werner Fink, Heinz Erhardt und zuletzt Peter Hacks, der die Übertreibungen in Werbeprospekten aufs Korn nahm - allesamt Texte von gewisser Zeitlosigkeit.

Interpret Matz erschien bis hin zur Hut-Requisite bestens ausgestattet zu seinem 20. Bühnenjubiläum im Rahmen der Frühjahrslesungen des Museums. Gekonnt und teilweise schauspielerisch rezitierte Matz die ausgewählte Lyrik in Bestform. Als der 1883 geborene Fritz Löhner-Beda mit dem Schlager „Ich hab mein Herz in Heidelberg verloren“ textlich an der Reihe war, ließ Matz seine eigene Studienzeit in der Neckarstadt Revue passieren und überraschte sein (Stamm-)Publikum mit einer unverhofften Gesangseinlage.

Ein bisschen Max-Raabe-Sound

Jann Rey am Cello begleitete die Lesung gekonnt musikalisch. Als auch er zum Abschluss eine gesangliche Einlage nach der Art von Erfolgssänger Max Raabe („Kein Schwein ruft mich an“) gab und großen Beifall erntete, setzte Ulrich Matz sogar noch einen drauf: Das Gedicht „O Maul, o Maul“ des 1644 geborenen Joahann Ulrich Megerle war Matz Pointe zur Mittagszeit und schloss mit der Feststellung, dass der gute Geschmack viel Geld kostet. „Das hat ja heute noch seine Gültigkeit“, stellte Matz fest.

Museumschefin Heide Dopheide dankte dem Vortragenden und lud ihn dazu ein, noch viele weitere „Lyrische Stunden“ im Museum auf dem Burghof zu bestreiten.

Von Friedhelm Lüdersen

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