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Unbekannter schießt Zuchttauben an

Springe Unbekannter schießt Zuchttauben an

Seit 2009 schießt ein Unbekannter immer Anfang Mai auf die teuren Zuchttauben von Hamid Al-Alwany. Der Besitzer erstattet stets Anzeige bei der Polizei, doch der Täter konnte bisher nicht gefasst werden.

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Verzweifelter Taubenzüchter: Hamid Al-Awany zeigt die verletzte Taube, die gerade den Kopf einzieht.

Springe. „Ich habe die Schnauze voll“, sagt Hamid Al-Alwany aufgebracht. Am Mittwoch hat es wieder einen seiner Vögel erwischt. „Zum Glück war es nur ein Streifschuss, aber dem Ganzen muss ein Ende gesetzt werden“, bekräftigt Al-Alwany.

Zum wiederholten Mal hat der Taubenzüchter bei der Polizei in Springe Anzeige erstattet. „Doch da passiert nichts. Wahrscheinlich landet meine Anzeige direkt wieder in der Schublade“, beschwert sich der gebürtige Iraker.

„Dem ist definitiv nicht so“, widerspricht Hans-Ulrich Horst, zuständiger Polizeibeamter. „Wir haben hier eine Anzeige wegen Tierquälerei vorliegen, der wir auch nachgehen werden.“ Die Ermittlungen seien aber nicht ganz einfach: Das Projektil ist nicht in dem Tier stecken geblieben und auch nicht auffindbar. „Wir wissen daher nicht, mit was für einer Schusswaffe auf die Taube gefeuert wurde. Nichtsdestotrotz gehen wir der Sache nach“, erklärt Horst.

Jagdexperten zufolge beträgt die Schussdistanz auf Flugwild etwa 30 bis 60 Meter. Auch in diesem Fall müsse der Schütze ungefähr in dieser Entfernung zu der Taube gestanden haben. Der Wunde nach zu urteilen, sei mit einem Luftgewehr geschossen worden; Schrot komme nicht infrage. Da es sich um ein Jungtier handelt, das noch nicht fliegt, sei die Taube wohl in einem Baum sitzend getroffen worden, meint ein Fachmann.

Al-Alwany vermutet ausländerfeindliche Motive hinter den Taten: „Ich bin zwar Deutscher, aber gebürtiger Iraker. Wahrscheinlich ist das der wahre Grund hinter den Attacken. Wer weiß, wer damit ein Problem hat. Aber dann sollen sie lieber auf mich schießen - und nicht auf meine armen Tiere.“

Der Taubenzüchter ist mittlerweile so verzweifelt, dass er mit dem Gedanken spielt, eine Belohnung für denjenigen auszusetzen, der ihm brauchbare Informationen über den mutmaßlichen Täter geben kann. „Man darf auch nicht vergessen, dass eine solche Taube mit diesem Zuchtgrad bis zu 10 000 Euro wert ist“, sagt Al-Alwany. Seine Frau fügt hinzu: „Ich mache mir Sorgen um meinen Mann. Er hat ein Herzleiden und kann nachts nicht mehr schlafen, weil er so aufgebracht ist.“

Das Ehepaar wünscht sich, dass der Schuldige bald gefunden und zur Rechenschaft gezogen wird. Da die beiden Springer nicht viel von den Ermittlungen der Polizei erwarten, hoffen sie auf wachsame Mitbürger. „Vielleicht kann uns irgendwer einen nützlichen Hinweis geben“, sagt Al-Alwany. „Ich möchte doch nur, dass meine Tiere nicht mehr verletzt werden und der ganze Spuk endlich aufhört.“

Von Sandra Hermes

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