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Urteil: Ex-Freundin auf der Straße misshandelt

Springe Urteil: Ex-Freundin auf der Straße misshandelt

Er ohrfeigte und trat seine Ex-Freundin, er drückte sie mit dem Kopf mehrfach gegen eine Schaufensterscheibe: Wegen vorsätzlicher Körperverletzung ist jetzt ein einschlägig vorbestrafter 24-jähriger Springer vor dem Jugendgericht zu einer Freiheitsstrafe von fünf Monaten auf Bewährung verurteilt worden.

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Quelle: picture alliance / dpa

Springe. Zudem muss der Angeklagte eine Geldauflage von 800 Euro zahlen. Der Vorfall ereignete sich im März, als sich seine 18-jährige Ex-Freundin mit zwei ihrer Freundinnen zum Döner-Essen an der Fünfhausenstraße traf. Die junge Frau telefonierte auch mit dem Angeklagten. Weil der im Hintergrund auch eine männliche Stimme hörte, kam er – offenbar eifersüchtig – ebenfalls an die Fünfhausenstraße. „Er hat mir das Handy weggenommen, damit ich nicht mehr telefonieren kann“, beschrieb die 18-jährige Wennigserin das Geschehen vor Gericht.

Dann zog er die junge Frau demnach ein paar Meter weiter von der Straße weg, ohrfeigte sie mehrfach. Sei sei zu Boden gestürzt. Zweimal habe er sie derart gegen den Oberschenkel getreten, dass sie ein tennisballförmiges Hämatom davontrug. Er habe ihr befohlen, sich auf eine klebrige Fensterbank eines Schaufensters zu setzen und ihren Kopf mehrfach schmerzhaft gegen die Scheibe gedrückt. Die 18-Jährige erlitt diverse Prellungen, ihre Lippe riss ein.

Obwohl die junge Frau laut und wiederholt um Hilfe rief, griffen ihre Freundinnen nicht ein. „Warum nicht?“, fragte die Staatsanwältin die beiden jungen Frauen, die als Zeuginnen vor Gericht aussagten. „Wir hatten selbst Angst“, erklärte eine 17-Jährige. Der Angeklagte kehrte zu den beiden zurück, um die Tasche seiner damaligen Freundin zu holen und bedrohte eine der beiden: Sie solle sich nicht einmischen, sonst würde sie auch etwas abbekommen. Danach schleifte er seine Ex-Freundin – ebenfalls an den Haaren – durch die Stadt Richtung Bahnhof, wo er von der Polizei gestoppt wurde. Eine Passantin, die den Vorfall beobachte, hatte zwischenzeitlich die Beamten informiert.

„Sie lügt dreckig“, rief der Angeklagte, der die Schilderungen seiner einstigen Freundin vor Gericht immer wieder unterbrach und sich auch von den Androhungen eines Ordnungsgeldes durch den Jugendrichter nicht von seinem Benehmen abbringen ließ. „Es war nicht so heftig“, sagte er und räumte aber ein: „Mit der flachen Hand hat sie was bekommen, ja.“ Auch habe er sie an den Haaren gezogen. Er habe ihr aber keine Haare ausgerissen und sie auch nicht getreten oder gegen die Scheibe gedrückt.

Angeklagter bestreitet Vorfälle

Komplett bestritt der Angeklagte zwei weitere Vorfälle, die ihm zur Last gelegt wurden. So soll er die 18-Jährige ein paar Wochen zuvor in einer Bar und später an der Fünfhausenstraße ebenfalls geohrfeigt haben. „Als ich in der Bar neben einem Jungen saß und gelacht habe, hat er mir ein paar Ohrfeigen gezogen“, berichtete die Frau.

Ein paar Stunden später traf sich das Paar auf dem Parkdeck der Fünfhausenstraße. Da sei ihr Ex-Freund durchgedreht, habe sie geschlagen, angeschrien und heftig am Arm gepackt. „Wir haben uns viel gestritten“, sagte sie auf Nachfrage des Jugendrichters. Verbal setzten die beiden diesen Streit auch im Gerichtssaal fort. Mit seinem Urteil blieb der Richter mit einer fünfmonatigen Freiheitsstrafe auf Bewährung einen Monat unter der von der Staatsanwältin geforderten Bewährungsstrafe sowie einer Geldauflage von 1000 Euro. Die Verhandlung war wegen des Alters der Zeugin vor dem Jugendgericht geführt worden.

Von Anne Brinkmann-Thies

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