Volltextsuche über das Angebot:

° / °

Navigation:
Viel Wirbel um Windkraft

Springe Viel Wirbel um Windkraft

Die Windkraft sorgt für Wirbel - zumindest in der Politik: Der heimische Regionsabgeordnete Detlev Herzig (SPD) verteidigt die teils auch von der Stadt kritisierten Pläne der Region, bei Lüdersen und Gestorf weitere Flächen auszuweisen (wir berichteten).

Springe. Gleichzeitig wird auch Herzig kritisiert - und zwar ausgerechnet von seinen eigenen Parteifreunden.

Dass Bürgermeister Christian Springfeld die Ausweisung des Gebiets „Springe-Pattensen-Hemmingen“ bei Lüdersen skeptisch sieht - und dies auch in der offiziellen Stellungnahme der Stadt zum Ausdruck brachte - gefällt Herzig nicht: „Er wendet sich damit gegen die Interessen der Stadt.“ Die Planer hätten sich streng an die Gesetze gehalten: „Das müssen sie auch, sonst wird das neue Raumordnungsprogramm angreifbar“, sagt Herzig. Und ohne eine Festlegung auf bestimmte Flächen dürften die im Baurecht privilegierten Windräder überall entstehen, wo Lärm- und Naturschutzvorschriften sowie Abstandsregelungen eingehalten werden.

Das sei auch der Grund, warum die Region die neuen Pläne möglichst schnell verabschieden wolle - und zwar noch bevor am 1. November die neu gewählte Regionsversammlung ins Amt kommt.

Bei seiner SPD stoßen Herzigs Ausführungen auf wenig Gegenliebe. Man habe „eine andere Meinung zu der Ausweisung von Vorranggebieten für Windenergie als unser Parteifreund Detlev Herzig“, teilt Parteichef Eberhard Brezski mit. Letzterer will seinen nicht wieder kandidierenden Genossen Herzig nach der Wahl im September gerne in der Regionsversammlung ablösen. Dass - wie von Herzig schon vor einigen Tagen gegenüber dieser Zeitung angemerkt - nur Ausnahmefälle wie Naturschutzbedenken gegen das Gebiet bei Springe sprechen dürfen, will Brezski nicht gelten lassen: Das würde „bedeuten, dass der Mensch mit seinen berechtigten Interessen nicht schützenswert wäre“.

Die Energiewende selbst sei aus seiner Sicht unumstritten, sagt Brezski. Das setze aber „vor allem voraus, dass wir die Menschen mitnehmen und zwar insbesondere die, die bereits viele Windkraftanlagen in ihrer unmittelbarer Umgebung haben und akzeptieren“. Herzig nimmt die öffentliche Kritik des Parteifreunds sportlich: „Das kommt vor.“ Und zwar nicht zum ersten Mal: Schon gegen die Krankenhaus-Schließung wehrten sich die Sozialdemokraten in Springe mit Händen und Füßen. Während sich Herzig auf die Seite seiner Regionsfraktion schlug und die Hand für das umstrittene Konzept hob.

Brezski sei beim Thema Windkraft in erster Linie „der Bürgermeister von Gestorf“, erklärt Herzig. Es sei nachvollziehbar, sagt Herzig, dass man dort zusammen mit einem weiteren neuen Gebiet bei Thiedenwiese „in fast jede Blickrichtung Windräder“ befürchte. Es gelte jedoch, die Regeln einzuhalten: „Sobald Willkür ins Spiel kommt, ist der ganze Plan angreifbar.“

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Die Debatte wurde beendet
Die Debatte zu diesem Artikel ist beendet. Auf HAZ.de können Sie die Themen des Tages diskutieren – hier finden Sie die aktuellen und vergangenen Themen im Überblick.
Mehr aus Nachrichten
Springe – Stadt am Deister

An der Deisterpforte liegt das 30.000-Einwohnerstädtchen Springe. Fachwerk, Jagd und Tiere: Kommen Sie mit auf eine fotografische Reise durch die Deisterstadt.