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Volkspark: Land will Pacht verdreifachen

Springe Volkspark: Land will Pacht verdreifachen

Geliebte Oase oder teurer Wald an der Bundesstraße? Am Volkspark scheiden sich die Geister. Jetzt will das Land Niedersachsen auch noch die Pacht auf dann 850 Euro im Jahr verdreifachen. Rathauschef Gerd-Dieter Walter verweist auf den hohen Pflegeaufwand.

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Eine Oase im Stadtzentrum oder eine verzichtbare Baumansammlung an der Lärmschutzwand? Am Volkspark scheiden sich die Geister.

Quelle: Scheffler

Springe. Für die einen ist es eine grüne Oase im Stadtzentrum, für die anderen eine verzichtbare Baumansammlung an einer Lärmschutzwand: am Springer Volkspark scheiden sich die Geister. Die Debatte über die Zukunft des Wäldchens wird jetzt noch einmal neu angefacht: Das Land will die Pacht um fast 200 Prozent anheben.

Verwaltungschef Gerd-Dieter Walter kündigt an, die Erhöhung nicht kommentarlos hinzunehmen. „Es geht um eine Grundsatzentscheidung“, sagt er. Zwar bezeichne das Land die Höhe des Pachtzinses als nicht mehr zeitgemäß, er halte den Betrag aber ohnehin nur für eine Anerkennung, so Walter. Der Rathaus-Chef will demnächst eine Antwort formulieren und nach Hannover schicken. Die Stadt - beziehungsweise die Politik - ist selbst schuld, dass die Buchhalter aus der Landeshauptstadt aufgeschreckt worden sind. Es gab den Wunsch, in einer Ecke des Volksparks einen Jugendplatz zu errichten. Die Verwaltung fragte beim Land nach möglichen Einwänden. „Ohne Erlaubnis wäre es nicht gegangen“, erklärt Walter. „Unsere Auflagen sind hoch.“

Dass der Jugendplatz-Bau mittlerweile verworfen worden ist, ist ein Teil der Geschichte. Der andere: Als die Finanzverwalter die Akten auf dem Tisch hatten, schauten sie genauer hin und stutzten über den Pacht-Betrag: Er beläuft sich auf 306,75 Euro. Die krumme Zahl verrät, dass der Satz bei der Einführung des Euro nur umgerechnet worden ist, die letzte Erhöhung liegt Jahrzehnte zurück. Das Land will die verpassten Jahre nachholen und den Betrag auf 850 Euro hochschrauben - fast dreimal so viel wie derzeit. Die Erhöhung soll ab Oktober 2016 greifen.

Walter hält dagegen: Der Pflegeaufwand für die Fläche sei im Lauf der Jahre auch überdurchschnittlich gestiegen. Zudem seien die Auflagen enorm. Dazu gehört eine jährliche Inventur: Die städtischen Gärtner müssen die Bäume in regelmäßigen Abständen zählen. Mehrere Politiker hatten in den vergangenen Monaten schon gefordert, die Stadt solle den Vertrag mit dem Land kündigen. Die Brücken im Volkspark sind marode, die Sanierung wird einen fünfstelligen Betrag kosten. Walter glaubt, dass die Finanzexperten vom Land den Einspruch aus Springe erhören werden: „Ich rechne mit Verständnis“, sagt er.

von Marita Scheffler

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