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Waldfriedhof soll deutlich größer werden

Springe Waldfriedhof soll deutlich größer werden

Die Größe des Springer Waldfriedhofs soll sich verdoppeln. Das hat der Planungs- und Umweltausschuss einstimmig beschlossen. Die Erweiterungsfläche grenzt ans bisherige Areal sowie den Andachtsplatz - sie befindet sich allerdings auf der anderen Seite des Fußwegs.

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Die Grenzen der Erweiterungsfläche sind farbig markiert. Stadtförster Bernd Gallas erklärt dem Umweltausschuss den Plan.

Quelle: Scheffler

Springe. Stadtförster Bernd Gallas hat das Gelände ausgewählt, weil es ebenfalls direkt am Parkplatz Sophienhöhe liegt. Auch ein Zuwachs in Richtung Deisterhütte wäre möglich gewesen, Trauernde hätten dann aber tiefer in den Wald gehen müssen. „Und eine günstige Verkehrsanbindung und ebenes Gelände sind das A und O“, hat Gallas in zahlreichen Gesprächen mit Angehörigen gelernt. Auch die Baumstruktur auf der Fläche am Parkplatz sei besser: Dort stehen zahlreiche jüngere Bäume, an denen günstigere Bestattungen möglich sind.

Der Waldfriedhof Sophienhöhe umfasst derzeit knapp vier Hektar beziehungsweise 500 Bäume. Jetzt kommen vier weitere Hektar (entspricht fünf Fußballfeldern) dazu. Gallas verriet den Ausschussmitgliedern bei einem Vor-Ort-Termin auch, dass die Stadt aus den Fehlern lernen wolle, die sie bei der Friedhofs-Eröffnung gemacht hat: „Wir mussten damals Lehrgeld bezahlen, weil wir auch kranke Bäume stehen gelassen hatten.“ Die morschen Äste mussten später aufwendig von Baumkletterern entnommen werden. Auf dem neuen Gelände werden deshalb jetzt alle Kronen vorab genau inspiziert.

Eine Bestattung an einem Familienbaum kostet je nach Stammumfang zwischen 2700 und 7000 Euro. „Das kriegen sie auf keinem anderen Friedhof günstiger“, ist Gallas überzeugt. Schließlich entfalle die Grabpflege; dauerhaft. Die minimale Liegezeit beträgt 20 Jahre, möglich sind aber auch 49 oder 99 Jahre.

Jeder Baum auf der neuen Fläche wird mit einer Nummer versehen. Außerdem wird jedes Verstorbenen mit einer kleinen Plakette gedacht, die am Stamm hängt: „Anonyme Bestattungen sind bei uns nicht erlaubt“, erklärt Gallas. „Das halte ich nach wie vor für sehr sinnvoll.“

Eine Besonderheit des Platzes: Grabschmuck wird nicht geduldet - schließlich liegt das Areal mitten im Wald. Leider müssten die Mitarbeiter öfter einschreiten und Dekorationen absammeln, sagt Gallas. Gefunden hätten sie Plastikgestecke schon ebenso wie brennende Kerzen.

Von Marita Scheffler

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