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Wehr muss sich neu aufstellen

Wehr muss sich neu aufstellen

Das wohl wichtigste Ehrenamt der Stadt ist auch eines der teuersten: Millionen Euro fließen in Gebäude, Fahrzeuge, Ausrüstung - damit die freiwilligen Feuerwehrleute die Springer schützen können. Bei Politik und Stadt ist längst ein Kampf ausgebrochen um Gelder, um Schwerpunkte, um die richtige Taktik für die Feuerwehr.

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Die Feuerwehr rückte mit 30 Einsatzkräften an.

Quelle: Symbolbild

Springe. Der Wahlkampf der kommenden Monate könnte die Debatte noch verschärfen. Die CDU hatte ihr Pulver noch nicht verschossen: 150.000 Euro sollen die Jugendfeuerwehren in den kommenden fünf Jahren erhalten, um sich für neue Mitglieder aufzuhübschen und interessant zu machen. Diesen Antrag hatte die Partei schon durchbekommen.

Und jetzt? Hatten die Christdemokraten noch ein Ass im Ärmel: Noch einmal 30.000 Euro sollte es für den Feuerwehrmusikzug der Kernstadt geben, für neue Instrumente. Nur zwei kritische Nachfragen später war der Vorstoß im Finanzausschuss wieder Geschichte. Die CDU war eingeknickt. Und gab damit denen Futter, die ein grundsätzliches Konzept dafür fordern, wie die Feuerwehr aufgestellt und ausgestattet wird.

Ratsherr Jürgen Kohlenberg gehört dazu. Nach einem ähnlichen Antrags-Hin-und-Her im jüngsten Feuerschutzausschuss beklagte er öffentlich, die Sitzung sei „unterirdisch“ und chaotisch verlaufen. Grünen-Ratsfrau Elke Thielmann-Dittert merkte diplomatisch an, der Ausschuss sei „sehr feuerwehr- affin“ aufgestellt. Das führe „zu einer gewissen Einseitigkeit der Sicht“. Soll heißen: Im Fachausschuss sitzen so viele Feuerwehrleute oder solche, die ihnen nahestehen, dass sie oft mehr auf den Wunsch als auf das Geld schauen.

Thielmann-Dittert setzt auf einen Feuerwehrentwicklungsplan. Das Konzept soll zeigen, wohin die Reise geht: Welche Standorte in den Ortsteilen welche Priorität haben, wo die Gerätehäuser für neue Fahrzeuge zu klein sind, wo sonst Nachbesserungsbedarf besteht. Zustimmung bekam sie im Rathaus: Anträge wie der eilig zurückgezogene der CDU wirkten nach außen „unkoordiniert“, sagte Verwaltungschef Gerd-Dieter Walter. Dazu kommt: Es fehlt eine Strategie, wie in diesem oder im kommenden Jahr eigentlich eingeplante neue Feuerwehrwagen untergebracht werden können - ohne die Vorschriften der Unfallkasse zu verletzen. Trotzdem will die Politik nach derzeitigem Stand erst mal an den Käufen festhalten.

Walter sprach von einer „großen Herausforderung“, die Feuerwehr zukunftsfähig zu machen: „Wir werden mehr Geld ausgeben müssen, als wir gedacht haben. Und wir haben weniger zur Verfügung, als wir gehofft haben“, sagte Walter.

Von Christian Zett

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