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Weil gratuliert Heimvolkshochschule zum 90.

Springe Weil gratuliert Heimvolkshochschule zum 90.

Die Springer Heimvolkshochschule hat am Wochenende ihr 90-jähriges Bestehen gefeiert. Die Gratulanten und Redner beim Festakt - unter ihnen Ministerpräsident Stephan Weil - betonten die Bedeutung der politischen Bildung, gestern wir heute.

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Zu Gast in Springe: Ministerpräsident Stephan Weil beim Festakt.

Quelle: Huppert

Springe. „Wie feiert man einen 90. Geburtstag? So wie Miss Sophie im ,Dinner for One‘ mit einem Besäufnis? Oder wie die Queen mit einer großen Parade?“ Mit diesem launigen Einstieg begann Stephan Weils Festvortrag. Die Antwort: Zumindest begeht man ihn mit viel politischer Prominenz. Denn neben dem Ministerpräsidenten waren am Wochenende auch Bundes- und Landtagsabgeordnete, ehemalige Landesminister und gegen Abend auch die Vize-Präsidentin des Deutschen Bundestages, Edelgard Bulmahn, gekommen, um mit Schulleiter Gerd Schumacher und vielen Gästen zu feiern.

„Das ist hier ein bundesweit einzigartiges Bildungsnetzwerk“, stellte Weil anerkennend fest. In der Verknüpfung von SPD, Gewerkschaften - einer keineswegs immer konfliktfreien Partnerschaft - und politischer Bildungsarbeit habe die Springer Einrichtung das Ziel stets erfolgreich verfolgt, Menschen zu befähigen, sich durch Bildung über die Verhältnisse zu erheben.

1926 als Victor-Adler-Heim der Sozialistischen Arbeiterjugend durch Baustein-Spenden für 40000 Reichsmark aufgebaut, später von den Nazis zweckentfremdet und missbraucht, seit Ende des Zweiten Weltkrieges als Stätte der politischen Bildung der Stärkung der Demokratie verpflichtet, so Weil, sei die Bedeutung der Heimvolkshochschule heute von zunehmender Wichtigkeit.

Weil erinnerte an die „Heldenjahre der politischen Bildung“ in den Siebzigerjahren, als mit Betriebsverfassungs- und Bildungsurlaubsgesetz aktiv Front gegen den Bildungsnotstand gemacht wurde. Auch für die HVHS Springe leitete das eine Bau- und Boomphase ein. „Das war die Zeit, als neue Schichten erstmals Zugang zu akademischer Ausbildung hatten“, erinnerte Weil, der unter dem Beifall der Gäste die Wiedereinrichtung der Landeszentrale für politische Bildung in der kommenden Woche ankündigte.

Politische Bildung sei angesichts der populistischen Entwicklungen in der Gesellschaft notwendiger denn je, so auch der Vorsitzende des Vereins Heimvolkshochschule, Wolfgang Jüttner. Die unabsehbaren Folgen der Digitalisierung, das „Zerbröseln“ der Demokratie, der Aufstieg autoritärer Systeme europaweit, alles das mache eine Intensivierung politischer Bildung unverzichtbar. „Die Welt scheint aus den Fugen, wir brauchen Orientierung, Demokratie muss immer wieder neu gelernt werden“, so Jüttner. Feststellungen, die auch Hartmut Meine, der Leiter des IG Metall-Bezirks Niedersachsen-Sachsen-Anhalt und der Chef des Verdi-Landesbezirks, Detlef Ahling, teilten.

Unter den Gästen des Festakts war auch Springes Bürgermeister Christian Springfeld. „Ich würde mir wünschen, ihn demnächst öfter hier oben bei uns begrüßen zu können“, so Gerd Schumacher. Schumacher geht bald in den Ruhestand. „Aber keine Sorge, die Nachfolge ist bestellt. Wir können zuversichtlich Richtung 100-Jahr-Feier steuern“, so der Schulleiter.

VON CHRISTOPH HUPPERT

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