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Wer weiß schon wie ein Celler Dickstiel schmeckt?

Springe Wer weiß schon wie ein Celler Dickstiel schmeckt?

Die Obstbäumen des Klosters Wülfinghausen stehen im Modellprojekt „Schatztruhe kulturhistorische Gärten“ im Mittelpunkt.

Springe. In Niedersachsen sind Streuobstwiesenflächen seit dem Jahr 1950 rapide zusammengeschrumpft. 80 Prozent aller Flächen wurden laut BUND gerodet. Umso mehr sind Bestände wie der des Klosters Wülfinghausen wertvoll. Im Modellprojekt „Schatztruhe kulturhistorische Gärten“ kommt den rund 100, teilweise alten und stattlichen Obstbäumen des Klosters eine besondere Rolle zu. Mehr als sonst sollen sie gehegt und gepflegt, beobachtet und ihre Früchte öffentlichkeitswirksam verkostet werden.

Das Ziel: Mehr Menschen für den Erhalt und die Pflege solcher Lebensräume und Geschmacksbotschafter zu begeistern. Aus Sicht von Gärtnermeister Stefan Schneider ist das ein Segen, denn selbst er, der die Bäume schon aus ästhetischen Gründen schätzt, kommt mit der Obstbaumpflege im Kloster kaum nach. Während er derzeit vollauf damit beschäftigt ist, Hortensien sowie Strauch- und Kletterrosen zurückzuschneiden, haben Ingrid Marie, der Celler Dickstiel und sogar die Köstliche von Chaneux das Nachsehen. Es sind allesamt erlesene Apfel- und Birnbaumsorten, deren Geschmack nur noch wenige kennen.

Den ersten Schnittkurs im Februar wertet Schneider als großen Erfolg. Rund 20 Natur- und Gartenfreunde machten sich mit Schnitttechniken vertraut, die je nach Alter und Zustand eines Baums unterschiedlich sind. Weil das Kloster weit mehr Bäume mit Pflegebedarf hat und die Warteliste zum Seminar sich rasch füllte, setzen die Projektverantwortlichen einen zweiten Schnittkursus für den 29. Juni an. Zudem laden Kloster, BUND und der Niedersächsische Heimatbund als weiterer Projektpartner zu einer ornithologischen Exkursion über das Klostergelände ein. Die zweistündige Führung beginnt am Sonnabend, 13. Mai, um 7 Uhr. „Wir möchten die frühen Morgenstunden dazu nutzen, uns mit den gefiederten Bewohnern der Obstwiese und des Klostergartens vertraut zu machen“, heißt es in der Ankündigung. Weitere Meilensteine im Projektverlauf sind Verkostungen und die Bestimmung von Obstbaumsorten. „Da geht es darum, den Zustand der einzelnen Modellgärten noch besser zu erfassen, um Vorschläge machen zu können, wie sich die Wiesen noch weiter verbessern lassen“, sagte eine Projektmitarbeiterin auf Anfrage. Solche Termine liefen allerdings ohne öffentliche Beteiligung ab. Während das Kloster ehrenamtliche Mitstreiter sucht, um den eigenen Bestand in Bestform zu erhalten, soll niedersachsenweit ein Streuobstwiesenverein entstehen, der sich langfristig für Artenschutz der Bäume und Tiere einsetzt.

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