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Wer wird Chef im Rathaus?

Springe Wer wird Chef im Rathaus?

Gesucht wird der Chef von mehr als 200 Mitarbeitern, der Repräsentant von rund 29.000 Menschen. Fünf Springer haben sich inzwischen gefunden, die sich den Job zutrauen. Die Frage lautet: Wer wird Bürgermeister? Eine Zwischenbilanz – 95 Tage vor der Wahl.

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Springer Marktplatz: Wer bestimmt künftig in erster Reihe mit?

Quelle: Andreas Zimmer (Archiv)

Springe. „Noch nie“, sagt ein Ratsherr, „war es so leicht, Bürgermeister von Springe zu werden.“ Und da ist in der Tat etwas dran: Durch den tragischen Tod von Amtsinhaber Jörg-Roger Hische fehlt zum einen erstmals seit Einführung des hauptamtlichen Bürgermeisters der mächtige Amtsinhaber, der Titelverteidiger. Alle Bewerber starten erst einmal von Position null.

Zum anderen hoffen auch gefühlt chancenlose Kandidaten, in der durch Hisches Tod und gesetzlichen Regeln erzwungenen Kürze des Wahlkampfs einen entscheidenden Treffer zu landen. Das dürfte unter anderem die Motivation von Uwe Lampe gewesen sein: Er ist stadtbekannt - und mit einem kleinen Paukenschlag gestartet: Kurz vor der Kandidatenkür der SPD trat er aus eben jener Partei aus, die ihm jahrzehntelang politische Heimat war. Die Partei zählt hier nicht, die Person zählt. Das sagt man gemeinhin über Bürgermeister-Wahlkämpfe.

Und meistens stimmt das auch. Bester Beweis: Hisches Wiederwahl im September 2011, als er dem Kandidaten seiner Ex-Partei im Vergleich zur parallelen Ratswahl 22 Prozentpunkte abnahm - und der SPD immerhin noch 16. Selbst von den Grünen-Wählern schwenkten 5 Prozent auf Hische um. In dieser Größenordnung wird keiner der Parteilosen am 17. Januar punkten, das ist sicher.

Umso spannender dürfte daher die Frage sein, wer sich in den wenigen Wahlkampfwochen am besten in die Köpfe der noch unentschlossenen Wähler drängen kann. Zwei Kandidaten gelten momentan als Favoriten auf die Stichwahl, die am 31. Januar winkt, wenn im ersten Durchgang keiner die 50-Prozent-Marke knackt. CDU-Kandidat Ralf Burmeister muss man in Eldagsen keinem mehr vorstellen. Darüber hinaus sagt er den meisten wohl etwas wegen seines Schützenengagements. Auch SPD-Kontrahent Volker Gniesmer ist in seiner Heimat Bennigsen wohlbekannt. Und intern setzen die Sozialdemokraten darauf, dass Gniesmer durch seine politische Arbeit auch dem einen oder anderen in den übrigen Ortsteilen etwas sagt.

Geht die Kalkulation auf? Und welche Rolle spielt Lampe für die SPD? Gibt es sozialdemokratische Wähler, die Gniesmer ablehnen und zu Lampe wechseln? Keine Frage: Viele Springer kennen Lampe durch sein Engagement bei der Tafel oder in der Politik. Vor fünf Jahren mischte er im Wahlkampf mit, als er die Bürgerinitiative „Biss“ gründete, die Stimmung machte gegen die Bebauung des Deisterkessels. Ein Thema, bei dem bis heute in der SPD die Meinungen auseinandergehen.

Und über allem schwebt die Frage: War’s das? Bis Mitte Dezember können sich theoretisch noch Kandidaten melden. Die AfD wollte in Springe einst vom Bundestrend profitieren und womöglich mit einem eigenen Bewerber Prozente scheffeln. Doch nachdem der Vorstand zur neuen Lucke-Partei Alfa wechselte, ist vor Ort nicht mehr viel los. Einen eigenen Kandidaten wird es nicht geben. Bei Alfa, wo die Ex-AfD-Chefs Anke Tischler und Tibor Maxam nun agieren, hält man sich alle Optionen offen. Maxam, heißt es, spekuliere auf eine Kandidatur.

Und die Grünen? Sie warten ab. Vielleicht sind sie die letzte Chance, etwas in den Wahlkampf zu bringen, was bislang noch fehlt: eine Kandidatin.

Von Christian Zett

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