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Werbung statt Zahlen zur Notfallambulanz

Springe Werbung statt Zahlen zur Notfallambulanz

Die Springer wollten eigentlich Zahlen und Fakten zur Notfallambulanz erfahren. Doch die meisten Besucher empfanden den Informationsabend am Dienstag eher als eine Werbeveranstaltung für das Gehrdener Klinikum.

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Wie läuft die Notfallambulanz im ehemaligen Springer Klinikum wirklich?

Quelle: Zimmer (Archiv)

Springe. Ein Jahr ohne - für viele Springer ist die Schließung des Krankenhauses immer noch wie eine tiefe seelische Wunde. Das wurde am Dienstagabend bei der Infoveranstaltung mehrerer Chefärzte des Klinikums Region Hannover klar. Das Unternehmen hatte eine Bilanz angekündigt und Infos zur Notfallambulanz. Was es stattdessen aus Sicht vieler Besucher gab, war eine Werbeveranstaltung für die Gehrdener Klinik.

Klinik-Referent Holger Dorl hatte im Vorfeld mitgeteilt, dass es auch um die Notfallambulanz gehen werde. Chefarzt Dr. Martin Memming sprach dagegen plötzlich von einer Falschmeldung. Unter dem Strich sollte die umstrittene Ambulanz außen vor bleiben: „Wir stellen nur heraus, was wir aus der Schließung gemacht haben“, betonte Memming. 60 Betten aus Springe waren vor einem Jahr nach Gehrden verlagert worden. Gemeinsam mit Prof. Jochen Wedemeyer, Marc Merx und Dr. Jens Uffmann versuchte Memming, die Gemüter zu beruhigen. Einige Springer verließen vorzeitig den Saal. Nach rund 20 Minuten konnten die vier Ärzte ihren Vortrag fortsetzen.

Sie stellten die Entwicklung des Gehrdener Klinikums vor und präsentierten die Arbeit ihrer Klinikbereiche. Gastredner Dr. Uwe Mai informierte danach über Krankenhauskeime. Zum Schluss konnten die Springer Fragen stellen - schnell kamen sie wieder auf die Notfallambulanz zurück.

Einige betonten, sie seien in der Notfallambulanz mit ihren Anliegen mehrfach abgewiesen worden. Andere berichteten, dass die Notaufnahme in Gehrden oft überlastet sei und sie auch dort wieder abgewiesen wurden. Ein Mitarbeiter vom Rettungsdienst sei sogar mit seinem Patienten zu einer anderen Klinik geschickt worden. „In Springe ist das nie passiert“, betonte er unter Beifall der Besucher, darunter zahlreiche heimische Politiker. „Unser Ziel ist es, die Menschen so gut wie möglich zu versorgen“, entgegnete Memming.

„Das ist hier eine reine Werbeveranstaltung für das Krankenhaus in Gehrden“, rief ein Besucher. Dieser Meinung schloss sich auch Bürgermeister Christian Springfeld an. „Ich hatte mit Zahlen gerechnet. Es ist hart für die Springer zu hören, wie es jetzt in Gehrden läuft. Ich kann die Reaktionen verstehen, aber die Vortragenden können nichts dafür.“ Die Wunde durch das geschlossene Krankenhaus sei noch lange nicht verheilt. Überrascht habe ihn die Ankündigung, dass das Klinikum an einer Evaluation (Beurteilung) der Ambulanz arbeite. „Das war mir so bisher nicht bekannt.“

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