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Werden Bauherren am Bosselweg gegängelt?

Völksen Werden Bauherren am Bosselweg gegängelt?

Das geplante Neubaugebiet südlich des Bosselwegs hat für Unruhe in der Ortsratssitzung gesorgt. Mitglieder befürchten mit zu vielen Vorgaben eine Gängelung der Bauherren.

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Das Neubaugebiet grenzt direkt an den Bosselweg.

Quelle: Sandra Hermes

Springe. Ein Anwohner fragte, ob bei diesem Bauprojekt überhaupt jemand an die Infrastruktur gedacht habe. Der gesamte Verkehr laufe schon jetzt über den Bosselweg, mit dem neuen Baugebiet werde das noch deutlich zunehmen. Dafür sei die Straße einfach zu klein, erklärte der Anwohner.

Er selbst habe eine Zählung durchgeführt und am Donnerstag zwischen 14.30 und 15.10 Uhr 72 Autos vermerkt. Nicht zu vergessen sei für die möglichen Neubürger die Lärmbelästigung durch die nahe gelegene B 217, so der Anwohner weiter.

Fachbereichsleiter Reinhard Schade versuchte zu besänftigen. Er räumte ein, dass auf dem Bosselweg durch das Neubaugebiet mehr Verkehr zu erwarten sei, allein durch die vermehrte Anzahl an Autos, die dort passieren müssten. Auch die Müllabfuhr spiele dabei eine Rolle. Allerdings könne der Bosselweg das verkraften, eine unzumutbare Erhöhung der Straßenbelastung werde nicht auftreten. Die maximale Belastung liege bei 3000 Autos pro Tag, und davon sei die Straße weit entfernt, sagte Schade. „Was die Lärmbelästigung durch die B 217 angeht, ist es tatsächlich so, dass Gutachter zu dem Ergebnis gekommen sind, dass die vorgegebenen Richtwerte nicht eingehalten werden können. Aus diesem Grund wird es spezielle bauliche Maßnahmen in Form von Schallschutz geben“, erklärte Schade. „Allerdings müssen die Kosten dafür die Bauherren tragen.“

„Und was ist mit dem Wasserdruck?“, wollte der Anwohner noch wissen. „Wie wirkt sich das auf den Bosselweg aus?“ Auch hier konnte Schade beschwichtigen. Er könne die feste Zusage machen, dass durch das Neubaugebiet der Wasserdruck nur minimal sinke, die Bewohner würden diese Beeinträchtigung aber nicht merken.

Die Sorgen des beratenden Ortsratsmitglieds Jürgen Kohlenberg bezüglich des neuen Wohnbaugebietes sehen da ganz anders aus. „Wir gängeln die Bauherren“, beschwerte er sich. „Unsere Vorgaben für Neubauten sind zu restriktiv, sei es bei den Dächern oder auch beim Anstrich. Die Bauherren können sich in Völksen nicht verwirklichen, wir beschränken deren Baufreiheit.“ Ihm sei wichtig, dass Völksen wettbewerbsfähig bleibe. In anderen Kommunen, wie beispielsweise in Pattensen und Gehrden, gebe es solch strikte Vorschriften nicht. Kohlenberg befürchtet, dass potenzielle Bauherren sonst in Nachbargemeinden „überlaufen“ könnten. Immerhin sei die Lage am Bosselweg auch weit genug vom Ortskern entfernt, sodass andere architektonische Häuser dort zur Geltung kommen könnten. Dafür erhielt er Zustimmung von anderen Ortsratsmitgliedern.

Schade sieht in den örtlichen Regeln keine Gängelung - im Gegenteil. Ihm hätten schon viele Bauvorschriften vorgelegen, und die aus Völksen lasse noch viele Möglichkeiten zu. Axel Seng (Linke) sprach sich unterdessen für eine Südausrichtung der Dächer im neuen Baugebiet aus. Er wolle die Möglichkeit für die Nutzung von Fotovoltaik gewährleistet wissen.

Die Diskussionen um das Neubaugebiet gehen weiter, gegebenenfalls sogar bis nach der Kommunalwahl.

Von Sandra Hermes

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